Dass deine Sportler:innen einen gleichmäßigen, dicht gewachsenen Rasen benötigen, um verletzungsfrei und sicher Sport zu treiben, weißt du längst. Da erzählen wir dir nichts Neues. Aber vielleicht findest du in unserem Beitrag zur Sportplatzpflege den einen oder anderen Tipp, wie du diese Aufgabe einfacher und leichter bewältigen kannst und der Rasen auch im Dauereinsatz beste Spieleigenschaften aufweist.
- Wichtige Maßnahmen der Sportplatzpflege
- Pflegeplan Sportplatz Jahresüberblick
- Der richtige Zeitpunkt - wann starten?
- Frühlingspflege
- Richtig wässern im Sommer
- Der Herbst ist da
- Was tun bei zu vielen Regenwürmern?
- Welche Pflege braucht Kunstrasen?
Wichtige Maßnahmen der Sportplatzpflege
Wenn Expert:innen von der Rasen-Grundpflege sprechen, meinen sie das Mähen, Bewässern und Düngen. Doch für einen satten, grünen Sportrasen mit dichtem Wuchs bedarf es noch weiteren Pflegemaßnahmen zur Erhaltung wie das Vertikutieren, Aerifizieren und Besanden. Die Tiefenlockerung und die Nachsaat benötigt der Rasen zur Regeneration.
Die wichtigsten Infos zu den einzelnen Arbeitsschritten in Kürze:
Mähen: Regelmäßiges Mähen fördert den Wuchs und kräftigt die Grashalme. Die Länge des Rasens ist dabei abhängig von der Spielklasse des Vereins. Während Amateur-Vereine auf einer Rasenlänge bis 4 cm kicken, spielen Bundesligavereine auf max. 2,5 cm langem Rasen. Doch in Phasen ohne Spielbetrieb darf auch Profi-Rasen etwas länger werden und tiefer wurzeln. Das begünstigt die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Übrigens: Die optimale Zeit zum Mähen sind die frühen Abendstunden.
Bewässern: Regelmäßiges Wässern versorgt den Rasen mit frischem Wasser. Doch viel hilft nicht immer viel. Auch bei größter Hitze im Sommer kommt es auf das richtige Maß an. 1-mal kräftig zu beregnen und dann über 2 bis 3 Tage abtrocknen zu lassen, kräftigt die Wurzeln und lässt sie tiefer ins Erdreich wachsen. Das kräftigt die Grashalme und macht die Pflanzen robuster. Wichtig zu wissen: Gut gewässerte Gräser stellen sich innerhalb weniger Sekunden nach Betreten wieder auf. Dauert es länger als 1 Minute, benötigt der Rasen dringend Wasser.
Düngen: Den Rasen mit Nährstoffen zu versorgen ist gut und richtig. Für das Aufbringen des richtigen Düngers den optimalen Zeitpunkt zu finden, ist entscheidend. Die Düngung sollte etwa 3- bis 4 -mal im Jahr erfolgen. Im Frühjahr ist der Hauptdünger für Rasen wachstumsfördernder Stickstoff. Im Jahresverlauf ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung mit Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium zu empfehlen. Bodenproben geben Aufschluss, was dem Rasen zugeführt werden sollte.
Vertikutieren: Durch das Entfernen von Moos und Rasenfilz wird der Rasen besser belüftet und vor Krankheiten geschützt. Der optimale Zeitpunkt für das Vertikutieren ist während der Wachstumsperiode im Frühjahr ab Mitte März und im Herbst bis Mitte Oktober.
Aerifizieren: Durch Vollstachel oder Hohlspoons werden Löcher in die oberste Erdschicht gestanzt, die für eine bessere Belüftung und Wasseraufnahmefähigkeit sorgen. So können die Wurzeln und Pflanzen besser wachsen. Ratsam ist es, über den Sommer 2- bis 3-mal zu aerifizieren und die entstandenen Hohlräume mit Quarzsand aufzufüllen.
Besanden: Um Staunässe auf dem Sportplatz zu verhindern, sollte die Wasseraufnahmefähigkeit durch Besanden mit Quarzsand gefördert werden. Optimal dafür sind rundkörnige Sande mit Körnung 0 bis 2 mm. Positiver Nebeneffekt: Unebenheiten werden ausgeglichen und die Ausscheidungen von Regenwürmern neutralisiert.
Tiefenlockerung: In einem leicht schrägen Winkel wird der Boden bis zu 15 bis 20 cm tief gelöchert. So werden auch Verdichtungen aufgelockert, die beim Aerifizieren nicht erreicht werden. Wichtig: Danach darf der Platz 6 bis 8 Wochen nicht genutzt werden.
Nachsaat: Kahle Stellen und abgestorbene Grasnarben können nachgesät werden. Die beste Zeit dafür ist eine 6-wöchige Spielpause.
Belegung: Dieser Punkt verwundert dich vielleicht, doch auch die häufige Nutzung eines Rasenplatzes kann dem Rasen sehr stark schaden. Darum gilt: Bei Schneefall oder extrem nasser Witterung sowie bei gefrorener oder auftauender Grasnarbe den Platz für den Spielbetrieb sperren.
Pflegeplan Sportplatz Jahresübersicht
Die folgende Tabelle enthält Richtwerte und muss auf jeden Sportplatz je nach Lage und Häufigkeit der Nutzung angepasst werden:
|
Mähen |
Wöchentlich |
Mitte März bis Mitte Oktober |
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Düngen |
3- bis 4-mal pro Jahr |
Frühjahr, Sommer, Herbst |
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Wässern |
Bei Bedarf |
täglich bis wöchentlich |
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Abschleppen |
Wöchentlich |
Herbstlaub auch öfter |
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Vertikutieren |
2-mal pro Jahr |
Frühjahr und Spielpause |
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Aerifizieren |
2-mal pro Jahr |
Spielpause und Herbst |
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Besanden |
2-mal pro Jahr |
Spielpause und Herbst |
|
Tiefenlockerung |
1-mal pro Jahr |
Spielpause |
|
Nachsaat |
Bei Bedarf |
Spielpause |
|
Markieren |
Wöchentlich |
Bei Bedarf auch öfter |
Der richtige Zeitpunkt - wann starten?
Die gut bezahlten Greenkeeper in Profivereinen warten nach dem Winter nicht lange mit der Rasenpflege. Sobald der Rasen wächst, wird gestartet. Der richtige Zeitpunkt ist also bei einer konstanten Temperatur von 8 bis 10 °C. Neben der Temperatur ist ein weiteres, wichtiges Kriterium, dass die Grasnarbe abgetrocknet ist.
Frühlingspflege
Ob mäßig nass oder extrem kalt: Nach dem Winter muss der Boden im Frühjahr aufgelockert und ihm die notwendigen Nährstoffe zugeführt werden. Das sind die erforderlichen Arbeitsschritte für einen guten Sportrasen:
- Aufliegendes Material wie Laub und Äste mit dem Rechen abkehren.
- Wurmhaufen mit Schleppnetz oder Schlepprost abschleppen.
- Rasenfläche striegeln oder vertikutieren, um den Boden aufzulockern.
- Ggf. den Rasen mit Fein- oder Hohlmeißel aerifizieren.
- PH-Wert prüfen und regulieren. Der optimale Wert liegt zwischen 5,5 und 6,5. Ist er darunter, solltest du Rasenkalk aufbringen.
- Stickstoff im Frühjahr fördert das gesunde Wachstum des Rasens. Magnesium, Phosphor und Kalium sorgen für eine robuste Grasnarbe.
- Regelmäßiger Rasenschnitt (1- bis 2-mal pro Woche) sorgt für dichten Wuchs. Eine Schnitthöhe von 40 mm ist im Frühjahr optimal.
- Nun kannst du die Spielfeldmarkierungen aufbringen und den Platz frei geben!
Pflege im Sommer
Im Hochsommer ist der Rasen auf Sportplätzen und Grünanlagen schnell ausgetrocknet und braun. Abhilfe verschafft nur regelmäßiges und ausreichendes Wässern. Dabei gilt: 1-mal richtig durchtränken und dann mehrere Tage Pause ist besser für die Pflanzen, als jeden Tag ein bisschen. Mit Großflächenregnern bzw. Kreis- und Teilkreisregnern geschieht das mühelos. Wir zeigen dir die Unterschiede:
Mobile Großflächenregner fahren und beregnen. Nach dem Öffnen des Wasserhahns zieht sich der Wagen an dem zuvor ausgelegten Stahlseil über die zu beregnende Rasenfläche. Am Ende stoppt der Großflächenregner und stellt das Wasser automatisch ab. Der Wagen bietet ein individuelles Einstellen des Arbeitstempos, eine variable Wassermenge, eine stufenlose Geschwindigkeitsregulierung u. v. m. Dank des Regners für Großflächen werden alle Teile des Platzes gut beregnet und der Rasen erstrahlt in sattem Grün!
Fixe Kreis- und Teilkreisregner stehen während der Beregnung an einer Stelle. Für 1 ganzes Fußball-Spielfeld benötigst du etwa 3 Kreis- und Teilkreisregner, denn die Wurfweite beträgt 14 bis 21,8 m - variabel einstellbar. Die Bedienung ist kinderleicht. Stell den Regner auf den gewünschten Platz, leg den Schlauch aus und schließe ihn an. Anschließend den Wasserhahn aufdrehen und schon regnet es.
Der Herbst ist da! Vorbereitung auf den Winter
Im Herbst benötigt die Rasenfläche eine optimale Versorgung, um den nahenden Winter bestmöglich zu überstehen. Dazu gehören folgende Arbeiten:
- Nach dem letzten Spiel (Mitte September bis Mitte Oktober) solltest du den Rasenplatz vertikutieren oder striegeln.
- Das Aerifizieren mit Voll- oder Hohlmeißel sowie die Tiefenlockerung sorgen für eine optimale Lockerung des Bodens, um Staunässe und das Aufbrechen des Bodens durch Frost zu verhindern.
- Bei der Herbstdüngung ist Kalium das Mittel der Wahl. Kalium unterstützt die Pflanzenzellen bei der Einlagerung von Kraftreserven, unterstützt ihre Abwehrkräfte und schützt sie so vor Frost und Krankheiten.
- Regelmäßiges Rechen von Laub ist eine wichtige Aufgabe im Herbst. Denn die Grashalme benötigen Licht, um gesund leben zu können. Liegen gebliebene Blätter begünstigen ein Kleinklima, das die Pflanzen schwächt und Pilzerkrankungen begünstigt.
Was tun bei zu vielen Regenwürmern?
Oft bleibt der geschnittene Rasen auf dem Platz liegen. Das hat den Vorteil, dass die Nährstoffe dem Rasen als Dünger zur Verfügung stehen. Der Nachteil, wenn zu viel Rasenschnitt liegen bleibt: Es entsteht eine nährstoffreiche Schicht, von der sich die Regenwürmer ernähren. Viele Tiere siedeln sich dann auf dem Sportrasen an. Abhilfe schaffen eine gute Belüftung und anschließende Besandung des Sportrasens. Übrigens: Richtig ungemütlich finden Regenwürmer grobkörnigen, gewaschenen Sand mit einer Größe von 1 bis 3 mm.
Welche Pflege braucht Kunstrasen?
Auch Kunstrasen auf Fußballplätzen muss regelmäßig gepflegt werden. Die beiden wichtigsten Maßnahmen sind dabei die wöchentliche Reinigung und das Aufbürsten der Kunstrasenfasern alle 2 Wochen. Spezialisierte Dienstleister:innen übernehmen die jährlich empfohlene Grundreinigung sowie das Erneuern der Kunstrasenfüllung, die sich mit der Zeit (z. B. durch starke Nutzung und Witterungsbedingungen) ungleichmäßig auf der gesamten Fläche verteilt. Dadurch wird der Platz auf Dauer nicht nur unbespielbar, sondern es entstehen Stolperfallen für die Fußballer:innen.
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