Speerwurf ist eine technisch sehr anspruchsvolle Disziplin in der Leichtathletik. Um den Speer möglichst weit zu werfen, müssen Schrittfolge und Wurftechnik erfolgreich kombiniert werden. Das ist besonders für Kinder eine echte Herausforderung. Wie deine Schüler:innen den Speerwurf leicht erlernen, zeigen wir dir in diesem Blogbeitrag.
Das erwartet dich hier:
- Aufbau eines Speers
- Das Regelwerk für den Speerwurf
- Speerwerfen: die 3 Griffarten
- Die technischen Grundlagen des Speerwurfs
- Die Sicherheit beim Speerwurf
- Übungsideen für den Speerwurf
Aufbau eines Speers
Der Speer ist ein schlanker Stab, der zu beiden Enden schmaler wird und aus Holz, Metall, Carbon oder einer Kombination daraus besteht. Alle Speere haben eine 25 - 30 cm lange Metallspitze. In der Mitte an der Griffstelle befindet sich eine textile Umwicklung. Unterschiede gibt es bei der Länge und der Masse der Speere. Speere für Männer sind 2,60 - 2,70 m lang und wiegen 800 g. Frauen-Speere sind 2,20 - 2,30 m lang und wiegen 600 g. Im Jugend- und Senior:innenbereich sind die Speere noch leichter und kürzer.
Das Regelwerk für den Speerwurf
Der Wurfbereich des Speers ist ein Kreissektor mit 29 Grad Öffnungswinkel und hat eine Länge von 95 m. Durch einen 4 m langen, bogenförmigen Abwurfbalken, der nicht von den Werfenden berührt oder überschritten werden darf, wird die Abwurfstelle begrenzt. Dieser Anlauf darf für einen gültigen Wurf erst verlassen werden, wenn der Speer den Boden berührt hat. Dieser muss zuerst mit dem Kopf aufkommen, muss aber nicht stecken bleiben. Gemessen wird von der Stelle des ersten Abdrucks bis zur Innenkante des Balkens. Der Speer muss nach dem Regelwerk in der Mitte gefasst werden und die Spitze in Wurfrichtung zeigen.
Speerwerfen: die 3 Griffarten
Beim Speerwurf gibt es 3 Griffarten:
++ Daumen-Zeigefinger-Griff
++ Daumen-Mittelfinger-Griff
++ Zangengriff
Bei allen Griffarten liegen der Zeigefinger und der Daumen hinter der Wicklung. Um den Kontakt zwischen den Fingern und der Wicklung zu verbessern, ist die Nutzung von Harz oder Magnesia erlaubt.
Die technischen Grundlagen des Speerwurfs
Die Technik des Speerwurfs lässt sich in verschiedene Phasen einteilen.
- Anlaufphase: Locker, beschleunigender Anlauf, meist 5 bis 8 Schritte. Den Speer über die Schulter führen. Der Blick ist nach vorne gerichtet. In den letzten Anlaufschritten den Speer nach hinten führen. Dabei ist der Wurfarm gestreckt, Ellenbogen auf Schulterhöhe oder leicht darüber.
Der Anlauf ist geradlinig und lässt sich in einen zyklischen und einen azyklischen Teil aufteilen. Beim zyklischen Teil beginnt man mit einem lockeren Steigerungslauf, der 5-8 Schritte lang sein sollte und bei Rechtshänder:innen die Laufschritte “linksbetont“ und bei Linkshänder:innen “rechtsbetont“ werden sollen. Der Speer wird dabei mit der Wurfhand auf Kopfhöhe gehalten und der Ellenbogen ist gebeugt und zeigt nach vorne. Der azyklische Teil erfolgt im 5-Schritt-Rhythmus. Dabei beginnt man bei den ersten 3 Schritten, den Speer neben dem Kopf zurückzuführen und dreht den Körper dabei entweder nach rechts oder links, bis die linke oder rechte Schulter und Arm in Wurfrichtung zeigen. Der 4. Schritt ist der Impuls- bzw. Kreuzschritt. Er wird mit dem rechten bzw. linken Bein flach und schnell nach vorne ausgeführt und es herrscht Rücklage des Oberkörpers. Der 5. Schritt (Stemmschritt) wird vorbereitet.
- Abwurfphase: Aus einem stabilen Stemmschritt wird der Speer kraftvoll über Kopf nach vorne oben abgeworfen. Der Vorderfuß setzt auf, Hüfte und Schulter drehen auf. Wichtig ist, dabei die Körperspannung zu halten und den Arm aktiv nach vorne zu ziehen.
Beim 5. Schritt wird durch das Strecken des rechten/linken Beins und dem schnellen linken/rechten Fußaufsatz der Abwurf eingeleitet. Der Abwurf erfolgt durch eine schnelle Wurfbewegung durch eine peitschenartige, über Kopfhöhe nach vorne schnellende Arm-Handbewegung mit Abwurf des Speers und einem „Nachschlagen“ der Wurfhand. Das geschieht, indem man die Hand im Handgelenk in Wurfrichtung abkippt.
- Abfangen/Nachwurf: Das Abfangen erfolgt bei Rechtshänder:innen auf das rechte Bein und bei Linkshänder:innen auf das linke Bein. Dabei darf der Körper über die Linie laufen. Der Wurf muss vorher erfolgt sein.
Die Sicherheit beim Speerwurf
Besprich mit den Kids vorab die Abläufe beim Speerwerfen, damit die nötige Sicherheit gegeben ist:
- Es wirft immer nur 1 Kind. Die anderen warten hinter der Abwurflinie
- Du erteilst die Freigabe zum Wurf, wenn der Wurfbereich frei und abgesichert ist
- Es wird nur in die vorgegebene Richtung geworfen
Übungsideen für den Speerwurf
Didaktisch ist es sinnvoll, zuerst Standwürfe zu machen und dabei die technisch korrekte Bewegung aus Oberkörper und Arm zu üben. In folgenden Unterrichtsstunden kannst du dann die Wurftechnik mit einem kurzem Anlauf trainieren, um am Ende den kompletten Anlauf zu üben.
Vorbereitende Übungen können sein:
Wahrnehmung schulen: Um das richtige Gefühl für den Speer zu bekommen und die Bewegungsabläufe einzustudieren, kannst du mit den Kids die Ausgangsübung gegen einen leichten Widerstand ausführen. Dadurch können sie eine direkte Rückmeldung bekommen, ob etwas an der Technik geändert werden sollte.
Zielwerfen trainieren: Stelle in einiger Distanz Markierungshütchen oder Reifen auf. Mit dem Speer soll das Ziel getroffen werden. Dann verlängerst du die Distanz zwischen den Speerwerfer:innen und den Zielen. Übrigens: Mit den Sport-Thieme Nockenbällen kannst du den Speerwurf auch in der Halle trainieren!
Schrittfolge einüben: Ob Speerwerfer:innen der Anlauf mit 3 Schritten wie beim Ballwerfen oder mit 5 Schritten besser gelingt, muss man ausprobieren. Über Minihürden springen trainiert die Sprungkraft. Große oder kleine Schritte? Mit Bodenmarkierungen machst du die Abschnitte für die Schrittweite sichtbar.
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