Unternehmens-Blog von Sport-Thieme

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Heute vor 25 Jahren fiel die Mauer und die Gegend um den Hauptsitz von Sport-Thieme stand Kopf

25 Jahre Mauerfall

Zeitzeugen erinnern sich!

In dem Bericht zum Tag der Deutschen Einheit am 03.Oktober 2014 hatten wir bereits von den kleinen DDR-Briefkästen berichtet, in die unser Sport-Thieme Katalog im A5-Format so hervorragend hineinpaßte.

 

Heute teilen wir mit Euch weitere spannende Geschichten von der historischen Nacht vor 25 Jahren und der unmittelbaren Zeit danach!

 

Mittendrin statt nur dabei

Da die Sport-Thieme Hauptniederlassung nur wenige Meter von der ehemaligen innerdeutschen Grenze entfernt ist und Grasleben in der Nähe zum bekannten Grenzübergang Helmstedt/Marienborn liegt, haben wir uns in unserem Unternehmen auf die Suche nach echten Zeitzeugen gemacht und sie auch gefunden!

Lest mal, an was sie sich noch erinnern:

 

 

Dolores BernerDolores Berner – Gedanken an damals sorgen heute noch für Gänsehaut

„Damals war ich in der Abteilung „Marketing-Service“, die damals aus 3 Personen bestand (also kein Vergleich zu der heutigen Marketing-Abteilung mit über 30 Personen). Die Grenzöffnung war ja Donnerstag-Nacht (9.11.89) und schon am Montag, den 13.11.89 bekam ich von unserem Chef eine Liste mit Sportvereinen in Sachsen-Anhalt, an die ich dann gleich Briefe schrieb und unseren Katalog beilegte. Besonders schön fand ich, als mir meine beiden Kollegen am Freitag, den 10.11.89 erzählten, dass ihnen auf dem Weg zur Arbeit von Braunschweig auf der Autobahn nach Helmstedt ganz viele Trabbis entgegen kamen und die Leute ihnen mit glücklichen, lachenden Gesichtern zu winkten… Gänsehaut pur! – auch heute noch, wenn ich daran denke!“

Behrnd,_Stefanie

 

 

Steffi Behrnd erinnert sich gerne an die Multiplikatoren von damals

„Ich erinnere mich gut an unsere Multiplikatoren. Mit unseren Sammelbestellern auf dem Gebiet der ehemaligen DDR, waren wir direkt am Puls der Zeit. Sie als Vereinsmitglieder und Sportfunktionäre haben dafür gesorgt, dass Sport-Thieme zu einem Begriff wurde.“

 

Stefan Schmitz

 

Stefan Schmitz erinnert sich noch gut an die alten und neuen Postleizahlen

„Also eine direkte Auswirkungen auf die IT bei Sport-Thieme gab es im November 1989 nicht. Die damaligen Systeme haben die zusätzlichen Kunden und Aufträge verkraftet. Eine echte Herausforderung aber war 1993 die PLZ-Umstellung für ganz Deutschland von 4 auf 5 Stellen.“

 

 

 

Christine Kunze begrüßte die neuen Mitbürger am Empfang bei Sport-ThiemeChristine Kunze

„Die Grenze Weferlingen-Grasleben wurde später als Marienborn-Helmstedt geöffnet. Es war sehr eindrucksvoll, als die Zaunmatten entfernt und die Straße freigegeben wurde. Auf beiden Seiten standen die Bewohner und begrüßten sich ziemlich euphorisch. Sport-Thieme hat bei der Öffnung die Braunschweiger Zeitung verteilt. Die Personen, die eine erhalten haben waren recht erstaunt über den Umfang, also die Größe und Seitenzahl der Zeitung. Ich habe damals im Empfang des Verwaltungsgebäudes gesessen und wir hatten viele Besucher aus den neuen Bundesländern.“

 

 

Michael KönigMichael König tauschte Sachen mit den Grenzern

„Das ist lange her. Bezogen auf unsere Firma fällt mir nur ein, dass wir recht früh darauf kamen, Pakete in den Osten Deutschlands ab Weferlingen zu verschicken. Die Folge war, dass die winzige Post und der angrenzende Schuppen gewaltig überfüllt waren und das Personal extrem überfordert war. Auch weiss ich noch, dass wir nachts über die Grenze gingen, kaum dass der Zaun geöffnet war. Wir haben die Gaststätte in Weferlingen in kürzester Zeit trockengelegt. Auf dem Rückweg haben wir von den Grenzern Uniformteile gegen unsere Sachen getauscht. Keiner von uns hatte einen Ausweis dabei, dass hätte auch schief gehen können!“

 

 

Hildegard Siemann kam in dieser Nacht nur mit Sondergenehmigung nach HauseHildegard Siemann

„Geschäftlich fällt mir ein, dass wir umgehend ein Konto in der Bank in Weferlingen eröffnet haben, so dass die DDR-Bürger sofort gegen Ostmark bei uns einkaufen konnten. Wir haben auch entsprechend fakturiert – wir waren also sehr flexibel und schnell. Spannend war, dass man am 9.11.1989 in Helmstedt keinen Schritt vor den anderen setzten konnte. Ob mit Trabbi oder zu Fuß, die Stadt war dicht, die Landstraßen voller Trabbis. Die Luft war „geschwängert“ von den Abgasen. Als die Grenze zwischen Grasleben und Weferlingen geöffnet wurde und man zu Fuß rübergehen konnte, wurde von der Polizei der Verkehr geregelt, die Autos standen bis zum Kurhaus, fast bis Mariental. Ich war bei meinem Bruder in Sunstedt und musste meinen Ausweis vorzeigen, damit ich nach Hause in die Gartenstraße in Grasleben fahren durfte – also nur mit Sondergenehmigung.“

 

Christian HermsChristian Herms war ein Sammelbestellern in der ehemaligen DDR

„Damals war ich Jugendwart bei einem Verein in der Altmark. So kam ich in den Adressenpool bei Sport-Thieme und wurde kurz nach der Grenzöffnung zu einer unverbindlichen Infoveranstaltung nach Grasleben eingeladen. Der anschließende Firmenrundgang hat mich begeistert. Ich fand Sport-Thieme toll. In meiner Freizeit habe ich als Multiplikator einen eigenen Kundenstamm aufgebaut und nach einem umfangreichen Umstrukturierungsprogramm bei meinem alten Arbeitgeber habe ich mich für eine Bewerbung bei Sport-Thieme entschieden… die Adresse hatte ich ja! Und ich habe es nicht bereut!“

 

 

Susanne Dilz erzählt eine Geschichte von Erika Thieme

Susanne Dilz

Susanne Dilz erinnert sich, dass das Geschäft im Vereinsbedarf quasi über Nacht boomte. Und an noch eine Geschichte von damals erinnert sie sich gut. Frau Erika Thieme hat sie ihr erzählt: „Vor ca. 35 Jahren kam eine Mitarbeiterin aus dem Lager mit einem geschnitzten Holzhirsch und einem Brief in mein Büro. Der beiliegende Text lautete so: „Ich bedanke mich für Ihre Sendung über 3 Schiripfeifen. Da ich aber Ihre Rechnung mit Ostgeld nicht bezahlen kann, schicke ich Ihnen einen geschnitzten Holzhirschen.“ Kurz nach der Wende kam ein Auftrag über Schiripfeifen mit folgendem Brief: „Wie mein Vater bin auch ich wieder Schiedsrichter. Aber jetzt kann ich Ihre Rechnung bezahlen und brauche keinen Holzhirsch zu schicken“. Diese Sendung erfolgte dann mit Lieferschein ohne Berechnung.“

 

Die Redaktion sagte „DANKE“:

Vielen herzlichen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, dass sie diese persönlichen Erinnerungen hier mit uns teilen!

 

Was habt ihr heute vor 25 Jahren erlebt?

Schreibt uns gleich einen Kommentar oder erzählt Eure Geschichte zum Fall der Mauer und zeigt uns jetzt Eure Bilder auf Facebook!

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Mein Name ist Jeanette Reuter-Stibbe. Ich bin seit 2005 Mitarbeiterin bei Sport-Thieme und arbeite seit Juni 2014 im Content-Team. Google+