Internationale Exkursion 2014 der Ostfalia Hochschule – Teil 4

Die letzten Tage in Istanbul

7.Tag – 7. November: Gastspiel bei der Istanbul University und kulturelles Mittagsprogramm mit gelungenem Exkursionsabschluss am Abend.

„Und täglich grüßt das Murmeltier“ dachten wir uns als auch an diesem Morgen der Wecker wieder früh klingelte und die türkischen Busfahrer uns wieder einmal einen Strich durch unsere Rechnung machten. Dank unseren flexiblen Transport und Logistik- Team und der Hilfe unseres Rezeptionisten, durften wir noch eine neue Art der Fortbewegung in Istanbul kennen lernen: den Metrobus. Dieser transportierte uns schnell und auch bequem zu der Istanbul University, wo wir zeitnah von Bilge Donuk, dem Verantwortlichen für den Bereich Sportmanagement abgeholt wurden.

[caption id="attachment_19930" align="aligncenter" width="389"]Der Besuch des Euro-League Spiels von Galatasaray Istanbul bildete einen gebührenden programmatischen Endpunkt der Reise. Der Besuch des Euro-League Spiels von Galatasaray Istanbul bildete
einen gebührenden programmatischen Endpunkt der Reise.[/caption]

10.000 Studierende in Istanbul

Die Istanbul University beherbergt 10.000 Studierende auf verschiedenen Campi in ganz Istanbul. Der Komplex für den Bereich Sport ist der größte und umfasst zahlreiche Sportfacilities. Diese wurden uns von Herrn Donuk in einem kurzen Rundgang vorgestellt, sodass wir direkt den Eindruck erhielten, dass es in dieser Universität auch einen sehr großen Sportanteil zu geben scheint.
Nachdem sich 19 Studierende und unsere zwei Dozenten plus Herrn Donuk und der zuständige Erasmus Mitarbeiter in ein Büro versammelt hatten, welches normalerweise für so eine Anzahl an Personen sicherlich nicht vorgesehen war, konnten wir seiner kleinen Präsentation über den Status Quo der Universität lauschen.

Grundstudium in 3 Semestern

Der Studiengang Sportmanagement, in welchem zur Zeit 600 Studierende am Werk sind, umfasst ein Grundstudium von 3 Semestern, bei dem vor allem viel Wert auf Sportpraxis gelegt wird. Danach kann man sich für den Bereich Coaching oder auf die Spezialisierung Management entscheiden. Hierbei werden Fächer wie Recht, Ökonomie, BWL oder auch Psychologie gelehrt.

Ein Professor und 5 Assistenzprofessoren, sowie zahlreiche andere Dozenten kümmern sich um die Studierenden, wobei das Verhältnis zwischen Frauen und Männern bei 50/50 läge. Um in den Studiengang aufgenommen zu werden, müssen die späteren Sportmanager eine Aufnahmeprüfung bestehen, welche vor allem die sportlichen Grundfähigkeiten abdeckt.

[caption id="attachment_19928" align="aligncenter" width="389"]Der Stundenplan der Sportmanager an der Istanbuler Universität sieht etwas anders aus, als der in Salzgitter Der Stundenplan der Sportmanager an der Istanbuler Universität sieht
etwas anders aus, als der in Salzgitter[/caption]

Dank Erasmus ins Ausland

Sollten sie diese bestehen, so winken auch zahlreiche Austauschprogramme, wie uns der Erasmus Beauftragte der Fakültät erzählte. Kooperationen mit 5 Universitäten ermöglichen es den Studierenden Ziele wie Warschau, Münster oder Peking in Angriff zu nehmen und dort für ein Semester zu leben und zu lernen.

Investition von mindestens 8 Millionen

Neben den Inhalten des Studiums wurden uns auch die Pläne für die nächsten Jahre präsentiert. Mindestens 8 Millionen Euro werden in den nächsten 2 Jahren investiert, um sowohl die Sportstätten zu erweitern als auch ein komplett neues Lehrgebäude zu errichten. Zudem soll es neben dem Sportcampus auch ein Sportcenter für behinderte Studierende geben. Gerade kürzlich erst, so erkläre Herr Donuk, wären zwei blinde Sportstudenten auf ihrer Universität angenommen worden. Hierbei wird auch eng mit Nationaltrainern für den Behindertensport zusammen gearbeitet, sodass optimale Vorrausetzungen gegeben sind.

Topkapi-Palast und Hagia Sophia

Nach unserem obligatorischen Gruppenfoto in der Basketballhalle, an dem noch am Abend zuvor ein Euro Cup Spiel der Damen ausgetragen wurde, machten wir uns schon wieder, mit dem Metrobus, auf den Weg zurück, um uns dem kulturellen Part des Tages zu widmen. Es standen der Topkapı-Palast, ein imposanter Regierungs- und Wohnsitz der Sultane, die Cisterna Basilica, ein Wasserspeicher mit ganz besonderer Atmospähre, sowie die blaue Moschee und die Hagia Sophia auf der Kulturagenda. Bei bestem Wetter saßen wir dann noch gemütlich beisammen und stärkten uns für den Abend.

[caption id="attachment_19929" align="aligncenter" width="389"]Im Topkapi Palast konnte die internationale Exkursion die Schönheit der istanbuler Kultur erkennen. Im Topkapi Palast konnte die internationale Exkursion die Schönheit der
istanbuler Kultur erkennen.[/caption]

VIP Karten für die Euroleague

Dank unseres Kontakts zum Türkischen Basketballverband hatten wir VIP Karten für das Euroleague Spiel zwischen den Teams Galatasaray Istanbul und Klaipedos Neptunas aus Litauen. Typisch deutsch erreichten wir, nach Aufenthalt im Hotel, die Abdi İpekçi Arena 90 Minuten vor Spielbeginn und waren sehr angetan, dass die Atmosphäre vor dem Stadion schon sehr stark durch die türkischen Fans geprägt wurde.

Super Atmosphäre

In unserem Bereich angekommen hatten wir einen super Blick auf das Spielfeld sowie auf die „Wand“ an Galatasaray Fans direkt gegenüber. Dank einer starken Leistung des Istanbuler Teams und der imposanten Stimmung durch die Zuschauer war das Basketballspiel ein würdiger Abschluss für die Woche in Istanbul. Gegen Mitternacht erreichten wir unser Hotel und ließen den Abend noch bei einem Chai Tee oder Efes Pilsen ausklingen.

 

8.Tag – 8. November: Abreise aus Istanbul und Fazit über eine tolle Woche in Istanbul

Für die ein oder anderen wurden die Nacht dann doch kürzer als geplant. Nicht etwa weil die Istanbuler Nachtclubszene noch auf Herz und Nieren erforscht wurde, sondern weil die ein oder anderen Errungenschaften, unseres Ausfluges auf den großen Bazar, noch in den Koffern verstaut werden musste. Dennoch erschienen wir alle pünktlich zu unserem Abholtermin und auch der Flughafentransfer verspätete sich nicht.

Auf der Rückfahrt machte sich dann doch die Anspannung der letzten Tage bemerkbar und dem ein oder anderen fielen sehr schnell die Augen zu, dennoch blickten wir alle nochmal träumend auf den Bosporus und ließen die Woche Revue passieren.

Baklavar-Verkostung am Flughafen

Am Flughafen angekommen trafen wir auf die Litauer- Spieler vom vorherigen Abend, welche ebenfalls mit Turkish Airlines den Rückflug in ihre Heimat antreten wollten. Nach Check in und Sicherheitskontrolle durften wir noch den Flughafen erkunden, sodass die ein oder andere Baklavar-Verkostung oder Shoppingtour durchgeführt wurde. Mit leichter Verspätung hoben wir dann ab und konnten noch einmal den Ausblick auf die Millionenmetropole genießen.

15:38Uhr:  Zu Hause

Ehe dann recht schnell die Mehrzahl die Augen zu machte und erst wieder zum sehr leckeren Mittagessen öffneten.
Unsere Verspätung wurde aufgeholt, sodass wir „in Time“ am Hamburger Airport landeten und uns mit der Straßenbahn zum Hamburger Hauptbahnhof befördern lassen konnten. Aufgrund des Streiks schafften es fast alle eine Alternative zu finden, indem Autos organisiert wurden oder mit den Zügen gefahren wurde, welche nicht betroffen waren. Um 15:38 Uhr beendete dann unsere Ok Leitung dann offiziel die Exkursion.

 

[caption id="attachment_19927" align="aligncenter" width="389"]Auch in Istanbul ist Sport-Thieme vertreten. Auch in Istanbul ist Sport-Thieme vertreten.[/caption]

Fazit

Die Woche in Istanbul war, aus unserer Sicht, eine spannende und sehr beeindruckende Exkursion. Wir haben gelernt, dass vieles auf dem Papier leicht zu organisieren ist und es manchmal in der Praxis anders kommt als man denkt. Jedoch gilt es wie auch im Sport flexibel zu sein und mit den gegebenen Umständen zur Recht zukommen.Eine 15 Millionen Einwohner starke Metropole bringt halt doch einige Aufgaben mit sich und die haben wir, als ein Team, gelöst.
Die Vorträge der verschiedenen Unternehmen, der Sportler oder Verbände waren sehr unterschiedlich und somit konnten wir uns steht’s mit unserem Motto „United in diversity“ identifizieren. Im Bereich Sponsoring wurde uns klar, dass es auch in der Türkei nur „Herrenfußball und andere Randsporten“ gibt und das gerade dort Tradition, Stolz und Vereinszugehörigkeit eine sehr große Rolle spielt. Solche Werte werden auch im Bereich Marketing als äußerst wichtig erachtet und kommuniziert.

Wir haben gelernt, dass es große monetäre Missstände in Istanbul gibt und das Geld fehlt, um Sport zu betreiben. Viele Unternehmen bieten deshalb Möglichkeiten an, um die Kinder von den Straßen zu holen und ihnen die Möglichkeiten auf das Ausüben von Sportarten zu geben.
Die Frage, welche wir immer am Ende des Vortrages gestellt haben, war, ob Istanbul eine Sportmetropole voller Kontraste sei und die Antworten waren meist unterschiedlich. Istanbul hat das Potential eine Sportmetropole zu werden, es hat das Potential eigene internationale Sportler, sogenannte Local heros, zu erschaffen und zu promoten.

Die Türken sagen selber, dass die Stadt Istanbul einen Wandel durchmacht. Die Mentalität ändert sich. Es wird langfristiger gedacht. Vielleicht würde ein Mega-Event, wie die Olympischen Spiele, die Entwicklung zu einer Sportmetropole beschleunigen. Für uns, welche sowohl im Volleyball, im Fußball und im Basketball, bei den Spielen dabei sein konnten und die Hingabe der Fans gespürt haben, ist Istanbul eine aufregende und schöne Metropole mit Licht- und Schattenseiten aber mit einer Sportbegeisterung, die sich vor keiner Stadt der Welt verstecken muss!

 

Das wars von uns aus Istanbul. Wir sind wieder sicher gelandet.

Wir hoffen, Euch hat das Lesen Spaß gemacht!

Viele Grüße und bis zum nächsten Jahr.

Eure Gastautoren der Ostfalia Hochschule!

 

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