Rettungsschwimmen bedeutet, Menschen im Wasser zu helfen, wenn sie in Gefahr sind und sich nicht mehr selbst retten können. Als Rettungsschwimmer:in beobachtest du das Wasser aufmerksam, erkennst frühzeitig, wenn jemand Probleme hat, und greifst im richtigen Moment ein. Entscheidend dafür ist das Zusammenspiel aus Technik im Wasser, Wissen über Notfallsituationen und körperlicher Leistungsfähigkeit. Alles, was du über den Rettungsschwimmer-Schein wissen musst und wie du dich darauf vorbereiten kannst, liest du in unserem Beitrag.
Das erwartet dich hier:
- Welche Schwimmtechniken müssen Rettungsschwimmer:innen können?
- Die 3 wichtigsten Transporttechniken im Rettungsschwimmen
- Was ist der Unterschied zwischen Bademeister:innen und Rettungsschwimmer:innen?
- Bronze, Silber, Gold: Die Anforderungen beim Rettungsschwimmen
- 7 Trainingstipps fürs Rettungsschwimmen
- Die 5 besten Trainingsgeräte für Rettungsschwimmen
Welche Schwimmtechniken müssen Rettungsschwimmer:innen können?
Rettungsschwimmer:innen müssen verschiedene Schwimmtechniken sicher beherrschen, weil jede Technik im Einsatz einen anderen Zweck erfüllt.
- Das Kraulschwimmen ist die schnellste Technik im Schwimmsport. Es wird genutzt, um eine Person möglichst schnell zu erreichen. Durch den Wechsel der Arme und den gleichmäßigen Beinschlag lassen sich große Strecken effizient zurücklegen.
- Das Brustschwimmen ist langsamer, dafür sehr kontrolliert. Es wird häufig eingesetzt, wenn sich Rettungsschwimmer:innen einer Person nähern. Der Vorteil ist, dass du jederzeit den Kopf über Wasser halten, die Situation beobachten und das Verhalten der Person besser einschätzen kannst.
- Das Rückenschwimmen ist vor allem für längere Strecken oder den Transport wichtig. Dabei schwimmst du auf dem Rücken, kannst frei atmen und Kräfte sparen. Diese Technik hilft besonders, wenn eine Person sicher in Richtung Ufer oder Beckenrand begleitet werden muss.
- Das Schmetterlingsschwimmen ist die technisch und körperlich anspruchsvollste Schwimmart. Beide Arme bewegen sich gleichzeitig, kombiniert mit einer wellenartigen Körperbewegung. Im Rettungsschwimmen wird es kaum eingesetzt, gehört aber zu den grundlegenden Schwimmtechniken im Sport.
>> Und wenn du noch eine ausführliche Anleitung brauchst, dann lies unseren Blog-Beitrag "Die 4 Schwimmstile Schritt für Schritt erklärt.
Die 3 wichtigsten Transporttechniken im Rettungsschwimmen
Wenn eine Person im Wasser nicht mehr selbst schwimmen kann, musst du sie sicher transportieren. Dabei ist wichtig: Die eigene Sicherheit steht immer an erster Stelle. Das sind die häufig genutzten Techniken:
++ Der Achselschleppgriff: Dabei schwimmst du hinter der Person, greifst unter ihre Achseln und hältst sie so stabil über Wasser. Die Person liegt dabei meist auf dem Rücken und wird kontrolliert Richtung Ufer gezogen.
++ Beim Kopfschleppgriff unterstützt du den Kopf der Person. Diese Technik wird oft bei bewusstlosen Menschen verwendet. Du achtest dabei besonders darauf, dass Mund und Nase über Wasser bleiben, damit die Person weiter atmen kann.
++ Der Fesselschleppgriff ist etwas spezieller. Hier wird ein Arm der Person kontrolliert fixiert, damit sie sich nicht unkontrolliert bewegt oder in Panik gerät. Das ist wichtig, wenn jemand zwar noch bei Bewusstsein ist, aber nicht mehr aktiv helfen kann. Manchmal reicht auch einfaches Schieben oder Ziehen. Zum Beispiel, wenn eine erschöpfte Person nur noch wenig Kraft hat. Dann kannst du sie vor dir herschieben oder hinter dir herziehen, je nachdem, was in der Situation am sichersten ist.
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Transporttechnik |
Beschreibung |
Geeignet für |
Vorteile |
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Achselschleppgriff |
Der Rettungsschwimmer:in greift die Person von hinten unter den Achseln und transportiert sie durchs Wasser. |
Erschöpfte, ruhige Personen; kurze bis mittlere Strecken |
Einfach auszuführen, gute Kontrolle über den Oberkörper |
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Kopfschleppgriff |
Die Person wird von hinten geschleppt, während der Kopf gehalten wird. |
Bewusstlose oder stark geschwächte Personen |
Gesicht und Atemwege können leichter über Wasser gehalten werden |
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Fesselschleppgriff |
Ein Arm der Person wird kontrolliert fixiert, um sie sicher zu transportieren. |
Unruhige Personen, Situationen mit höherem Kontrollbedarf |
Sicherer Halt, gute Kontrolle |
Wichtig bei jeder Technik:
- ruhige und kontrollierte Bewegung
- möglichst wenig Kraftverlust
- sichere Fixierung der Person
- freie Atemmöglichkeit für beide
Was ist der Unterschied zwischen Bademeister:innen und Rettungsschwimmer:innen?
Die Begriffe werden oft verwechselt, beschreiben aber unterschiedliche Rollen.
- Rettungsschwimmer:innen sind Personen mit spezieller Ausbildung im Retten von Menschen im Wasser. Diese Ausbildung kann auch ehrenamtlich erfolgen, zum Beispiel bei der DLRG oder Wasserwacht.
- Bademeister:innen (korrekt: Fachangestellte für Bäderbetriebe) sind berufliche Fachkräfte, die in Schwimmbädern arbeiten. Neben der Wasseraufsicht gehören auch technische Aufgaben, Hygiene, Organisation und Sicherheit im Bad dazu.
Kurz gesagt: Rettungsschwimmer:innen haben den Fokus auf Rettung und Wasserrettung, während Bademeister:innen sich umfassend um den Schwimmbadbetrieb inkl. Rettung kümmern.
Bronze, Silber, Gold: Die Anforderungen beim Rettungsschwimmen
Die Ausbildung im Rettungsschwimmen ist in verschiedene Stufen aufgebaut und wird in der Regel von Organisationen wie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) oder der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes durchgeführt. Dabei ist wichtig zu verstehen: Die Rettungsschwimmabzeichen Bronze, Silber und Gold sind nicht nur Prüfungen, sondern feste Ausbildungsstufen. Jede Stufe ist ein eigener Kurs mit eigenen Inhalten und einer eigenen Prüfung:
Rettungsschwimmer Bronze Anforderungen
- Einstieg in das Rettungsschwimmen
- Grundlagen der Wasserrettung und Sicherheit
- einfache Rettungs- und Transporttechniken
- Schwimmen in Kleidung als Belastungserfahrung
- Basiswissen Erste Hilfe (z. B. stabile Seitenlage)
- erste Prüfung aus Theorie und Praxis
Rettungsschwimmer Silber Anforderungen
- Aufbau auf Bronze, deutlich anspruchsvoller
- längere Schwimm- und Rettungsstrecken
- realistischere Rettungssituationen
- Umgang mit Panik und Stress im Wasser
- Befreiungsgriffe bei Umklammerungen
- intensivere Erste-Hilfe-Anwendung
- kombinierte Praxis- und Theorieprüfung
Rettungsschwimmer Gold Anforderungen
- höchste Ausbildungsstufe im Rettungsschwimmen
- sehr anspruchsvolle und komplexe Rettungsszenarien
- mehrere oder erschwerte Rettungssituationen
- Einsatz von Rettungsgeräten und Hilfsmitteln
- hohe Anforderungen an Ausdauer und Konzentration
- sichere Kombination aus Rettung und Erste Hilfe
- umfassende Abschlussprüfung
7 Trainingstipps fürs Rettungsschwimmen
Rettungsschwimmen verlangt mehr als reine Schwimmgeschwindigkeit. Entscheidend sind Ausdauer, Technik, Kraft, Orientierung und sicheres Handeln unter Belastung. Ein gutes Training verbindet deshalb mehrere Bereiche.
- Technik vor Tempo: die Bewegung muss sauber sitzen, bevor es um Schnelligkeit geht.
- Ausdauer systematisch aufbauen: Intervalltraining und der Wechsel von ruhigen und schnellen Abschnitten sind ideal.
- Rettungsspezifische Übungen einbauen wie z.B. Anschwimmen einer Person auf Zeit, Tieftauchen nach Ringen oder Gegenständen, Abschleppen mit verschiedenen Griffen, Befreiungsgriffe trainieren sowie Schwimmen mit Kleidung oder Zusatzwiderstand.
- Tauchtechnik gezielt verbessern: kontrolliertes Ausatmen, effizientes Abtauchen sowie die klare Orientierung unter Wasser.
- Kraft und Körperspannung außerhalb des Wassers trainieren: Ein stabiler Körper hilft beim Schwimmen, Tauchen und Retten. Trainiere Schultern, Rücken, Rumpf, Beine und Griffkraft durch Planks, Kniebeugen, Ausfallschritte, Liegestütze und Zugübungen mit dem Theraband sowie Schulterstabilisation.
- Belastungssituationen simulieren: Rettungsschwimmen findet nicht im „Idealzustand“ statt. Deshalb ist es sinnvoll, unter Belastung zu trainieren.
- Rettungsabläufe wiederholen Nicht nur die körperliche Leistung zählt. Übe regelmäßig das Ansprechen der verunfallten Person, richtiges Annähern, geeignete Schleppgriffe, Bergen und Übergabe.
Die 5 besten Trainingsgeräte fürs Rettungsschwimmen
Damit du im Ernstfall schnell, kraftvoll und kontrolliert handeln kannst, reicht reines Schwimmen allein nicht aus. Entscheidend ist ein gezieltes Training, das Kraft, Ausdauer und Technik miteinander verbindet. Genau hier kommen spezielle Trainingsgeräte aus dem Sport-Thieme Sortiment ins Spiel.
Der Sport-Thieme Pullbuoy „Senior“ stabilisiert die Wasserlage und verlagert den Fokus auf den Armzug. Dadurch kannst du gezielt die Zugkraft trainieren, die später auch beim Transport einer Person wichtig ist.
Das Sport-Thieme Schwimmbrett „Maxi“ unterstützt vor allem das Training der Beinarbeit. Es hilft dabei, die Beinmuskulatur zu stärken und gleichzeitig die Körperlage im Wasser zu verbessern – wichtig für längere Strecken und kontrollierte Bewegungen.
Mit den Sport-Thieme Schwimm-Paddles „Swim-Power“ wird der Wasserwiderstand an den Händen erhöht. Jeder Armzug wird dadurch intensiver, was die Kraft und das Wassergefühl deutlich verbessert.
Der Sport-Thieme Tauchring „Heavy“ ist ein bewährtes Trainingsmittel für Tauchübungen der DLRG und Wasserwacht, um das Tauchen, die Orientierung unter Wasser und das sichere Heraufholen von Gegenständen zu trainieren. Mit einem Gewicht von 5 kg ist er Bestandteil bei Prüfungen, wie dem Deutschen Rettungsschwimmabzeichen.
Die Rettungspuppe ermöglicht realistisches Training von Rettungssituationen. Hier können das Bergen, Halten und Transportieren einer Person unter möglichst echten Bedingungen geübt werden.
Rettungsschwimmen ist eine Mischung aus Sport, Technik und Verantwortung. Du lernst schneller und besser zu schwimmen und vor allem, wie du in echten Notfällen richtig handelst und anderen Menschen helfen kannst. Jede Stufe - ob Bronze, Silber oder Gold - bringt dich weiter und macht dich sicherer im Wasser. Und vielleicht ist genau jetzt der Moment, an dem du den ersten Schritt machst und lernst, wie man im richtigen Moment den Unterschied macht - vielleicht sogar zwischen Gefahr und gerettetem Leben.
Ob Rettungsstange, Rettungswurfball oder Rettungswurfsack sowie Schwimmanzüge für Rettungsschwimmen und unterschiedliche Rettungsmittel sowie Trainingshilfen für Kraft und Ausdauer im Wasser und an Land findest du im Online-Shop von Sport-Thieme.