Wenn in der Pause ein Kind stürzt, beim Sport eine Verletzung passiert oder jemand plötzlich Kreislaufprobleme bekommt zählt vor allem eins: schnelle, ruhige und kompetente Hilfe. Genau hier kommt der Schulsanitätsdienst ins Spiel. Was es dafür braucht und wie du einen solchen Erste-Hilfe-Dienst in deiner Schule einrichtest, darum geht es in diesem Beitrag.
- Was ist ein Schulsanitätsdienst?
- Grund- oder weiterführende Schulen: Für welche Schulen eignet sich der Schulsanitätsdienst?
- Was ist der Unterschied zwischen Sanitäter-AG und Schulsanitätsdienst?
- Was braucht es, um einen Schulsanitätsdienst ins Leben zu rufen?
- „Wundversorgung und Notruf absetzen“: mögliche Lerninhalte
- Grundausstattung für den Schulsanitätsdienst
- Wie viele Erste-Hilfe-Kästen braucht eine Schule?
- Was sind Defibrillatoren?
Was ist ein Schulsanitätsdienst?
Der Schulsanitätsdienst ist ein Angebot an Schulen, bei dem geschulte Schüler:innen bei kleineren Notfällen und Verletzungen im Schulalltag, bei Schulveranstaltungen oder Schulausflügen erste Unterstützung leisten. Die Kids helfen z. B. bei Stürzen auf dem Pausenhof, kleineren Sportverletzungen oder Kreislaufbeschwerden, bis Lehrkräfte oder bei Bedarf der Rettungsdienst übernehmen. Toller Nebeneffekt: Der Schulsanitätsdienst stärkt zudem auch das Verantwortungsbewusstsein, die Teamarbeit und Handlungssicherheit bei Schüler:innen.
Grund- oder weiterführende Schulen: Für welche Schulen eignet sich der Schulsanitätsdienst?
Ein Schulsanitätsdienst kann sowohl in Grund- als auch weiterführenden Schulen sinnvoll sein. Allerdings müssen Lerninhalt und Aufgaben zum Alter der Kinder und Jugendlichen passen. In der Grundschule geht es vor allem darum, erste Helfer:innenkompetenzen aufzubauen und Berührungsängste abzubauen. In weiterführenden Schulen wird im Ernstfall konkret unterstützt und Schüler:innen echte Verantwortung übertragen.
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Grundschulen |
Weiterführende Schulen |
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Ziel |
Kinder behutsam an das Helfen heranführen |
Schüler:innen auf konkrete Aufgaben im Schulalltag vorbereiten |
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Typische Lerninhalte |
Hilfe holen, Erwachsene informieren, Notruf kennenlernen, kleinere Verletzungen wahrnehmen, beruhigen und trösten, einfache Hygieneregeln beachten |
Grundlagen der Ersten Hilfe, Wundversorgung, Verbände anlegen, Verhalten in Notfällen, Notruf absetzen, Betreuung verletzter Personen |
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Aufgaben im Schulalltag |
Keine eigenständigen Einsätze |
Unterstützung bei kleineren Zwischenfällen im Schulalltag |
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Organisationsform |
Häufig eher als Erste-Hilfe-Angebot oder Sanitäter-AG |
Oft als fester Schulsanitätsdienst mit klaren Abläufen |
Was ist der Unterschied zwischen Sanitäter-AG und Schulsanitätsdienst?
Eine Sanitäter-AG ist in erster Linie ein Lern- und Übungsangebot. Hier erwerben Schüler:innen Schritt für Schritt Wissen rund um Erste Hilfe, Notruf, Wundversorgung und richtiges Verhalten in Notfällen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Training, Kennenlernen von Abläufen und dem Aufbau von Sicherheit. Der Schulsanitätsdienst geht einen Schritt weiter. Hier liegt der Fokus auf der praktischen Anwendung im Schulalltag und dem konkreten Einsatz.
Was braucht es, um einen Schulsanitätsdienst ins Leben zu rufen?
Wer einen Schulsanitätsdienst aufbauen möchte braucht vor allem ein klares Konzept, eine verantwortliche Betreuungsperson, interessierte Schüler:innen und eine passende Grundausstattung. Wichtig ist zuerst die Abstimmung mit der Schulleitung. Lege dann fest, für welche Altersgruppe das Angebot gedacht ist und welche Inhalte vermittelt werden sollen. Für Schulen eignen sich z. B. Notruf absetzen, Verhalten im Notfall sowie einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen und Wundversorgung. Sinnvoll ist außerdem die Zusammenarbeit mit fachkundigen Partner:innen für Schulungen oder praktische Übungen. Damit der Dienst verlässlich arbeiten kann, braucht es zusätzlich feste Abläufe für Einsätze, eine gute Erreichbarkeit im Notfall und eine passende Grundausstattung.
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"Wundversorgung und Notruf absetzen": mögliche Lerninhalte
Die Lerninhalte eines Schulsanitätsdienstes orientieren sich an typischen Situationen im Schulalltag. Die Schüler:innen setzen sich mit Gesundheit, Prävention und Sicherheit auseinander und lernen, in Notfallsituationen ruhig zu bleiben, Verletzungen richtig einzuschätzen und passende Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten. Ebenso wichtig sind Hygiene, Teamarbeit und die Frage, wann weitere Hilfe durch Lehrkräfte oder den Rettungsdienst notwendig ist.
Grundausstattung für den Schulsanitätsdienst
Damit ein Schulsanitätsdienst im Alltag sinnvoll unterstützen kann, braucht die Schule eine solide Grundausstattung. Dazu zählen z. B. Pflaster, sterile Kompressen, Mull- und Fixierbinden, Dreiecktücher, Einmalhandschuhe, Rettungsdecken, Scheren und Kühlkompressen. Praktisch ist außerdem ein Sanitätsrucksack oder eine Erste-Hilfe-Tasche für Wandertage, Bundesjugendspiele und andere auswärtige Veranstaltungen, damit das Material an den Veranstaltungsort gebracht werden kann. Für Übungen eignen sich zusätzlich Verbandmaterialien zum Training, evtl. eine Liege oder Matte sowie ein fester Aufbewahrungsort für das Equipment. Entscheidend ist, dass die Ausstattung übersichtlich ist, gut erreichbar und regelmäßig kontrolliert wird.
Wie viele Erste-Hilfe-Kästen braucht eine Schule?
Eine konkrete, bundesweit einheitliche Stückzahl für Schulen gibt es nicht. Rechtlich maßgeblich sind vor allem die Vorgaben zur Erste-Hilfe-Ausstattung in Arbeitsstätten. Wenn man eine Schule als Arbeitsstätte betrachtet, ergibt sich daraus als Mindestmaß z. B.:
- bis zu 50 Beschäftigten: mind. 1 kleiner Erste-Hilfe-Kasten
- 51 bis 300 Beschäftigte: mind. 1 großer Erste-Hilfe-Kasten
- 301 bis 600 Beschäftigte: mind. 2 große Erste-Hilfe-Kästen
Da Erste-Hilfe-Material schnell erreichbar sein muss, werden in Schulen oft zusätzliche Kästen an unterschiedlichen Stellen benötigt wie z. B.:
- in der Sporthalle
- in Naturwissenschaftsräumen
- in Werk- oder Technikräumen
- in der Schulküche
- im Sanitätsraum
- zusätzlich mobil für Ausflüge und Veranstaltungen
Was sind Defibrillatoren?
Ein Defibrillator, kurz AED, kann bei einem plötzlichen Herzstillstand ein wichtiges Hilfsmittel sein. Das leichte, handliche, batterie- oder akkubetriebene Herzrettungsgerät gibt nach dem Einschalten alle notwendigen Tätigkeiten akustisch klar und unmissverständlich vor. Vorkenntnisse oder eine große Einweisung sind nicht nötig. Ein AEG-Gerät ergänzt den Notruf und die Wiederbelebung, ersetzt diese aber nicht. In der Schule ist vor allem wichtig, dass bekannt ist, ob ein AED vorhanden ist, wo er sich befindet und wer im Notfall den Rettungsdienst ruft. Für Schulen ist deshalb ein klares Vorgehen entscheidend: Notruf absetzen, Hilfe organisieren, Gerät holen und den Einsatzkräften den Weg weisen.
Gut zu wissen: Bei halbautomatischen AEDs muss nach Freigabe der Schocktaste der Schock manuell ausgelöst werden. Bei einem vollautomatischen AED löst das Gerät nach Ablauf eines Countdowns den Schock von alleine aus.
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