Achtung: Die 15 giftigsten Pflanzen für Kinder

Sie blühen bunt und sie duften herrlich! Doch manche von ihnen bergen große Gefahren: Giftige Pflanzen! Wer nun denkt, dass es diese nur im tiefsten Wald gibt, der irrt gewaltig. Denn ein Goldregen an öffentlichen Spielplätzen oder in Freibädern ist keine Seltenheit und so manche Kita- oder Schulhofwand ist von Efeu berankt.

Sehr giftige Pflanzen

Ein guter Grund für uns, euch die 15 giftigsten, heimischen Pflanzen aufzuführen, die ihr keinesfalls auf einem Grundstück pflanzen solltet, auf dem Kinder spielen. Das Anfassen kann sehr schmerzhaft und der Verzehr mitunter lebensgefährlich sein.

Unsere Liste mit den Top 15 der giftigsten Pflanzen

1. Eisenhut: Der Eisenhut ist die wohl giftigste Pflanze Europas. Kleinste Berührungen können schon zu gefährlichen Vergiftung führen.

2. Bärenklau (Herkulesstaude): Vor allem der austretende Saft beim Abschlagen der Stängel in Kombination mit Sonneneinstrahlung, kann zu Hautrötungen mit Blasen wie bei Verbrennungen 1. und 2. Grades führen.

3. Bilsenkraut: Vom Schwarzen Bilsenkraut sind alle Teile giftig, besonders aber die Samen. Nach dem Verzehr von wenigen Samen kann es zu Trockenheit der Schleimhäute, Rötung des Gesichts, starkem Durst, beschleunigtem Puls und weiten Pupillen kommen, in schweren Fällen auch zu Gleichgewichtsstörungen und Krampfanfällen bis hin zum Tod.

4. Schierling-Arten: Alle frischen Pflanzenteile des Schierlings sind giftig, besonders aber die Wurzeln. Das Kauen schon kleiner Wurzelstückchen kann zu heftigem Brennen im Mund und Erbrechen in schweren Fällen sogar zu Krampfanfällen mit Todesfolge führen.

5. Eibe: Der Verzehr zerkauter Samen oder Nadeln kann zu Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Durchfall, weiten Pupillen und auffallend roten Lippen führen; In schweren Fällen sogar zu Bewusstlosigkeit und Herzrasen mit Todesfolge.

6. Roter Fingerhut: Der schöne Fingerhut ist in allen Teilen giftig. Nach dem Verzehr von Blüte, Stängel oder Wurzel kann es zu Übelkeit, Erbrechen und Leibschmerzen sowie Herzrhythmusstörungen, Sehstörungen und Halluzinationen kommen.

7. Herbstzeitlose: Bei der Herbstzeitlose sind alle Teile giftig, ganz besonders die Samen. Die Vergiftungserscheinungen reichen von Brennen im Mund, Schluckbeschwerden, Erbrechen und Durchfall, bis zu Herzrasen, Krampfanfällen und aufsteigenden Lähmungen mit Todesfolge durch Atemlähmung in schweren Fällen.

8. Maiglöckchen: Das gesamte Maiglöckchen ist giftig inbesondere aber die Beeren und die Blüte. Bei äußerlichem Kontakt mit der Pflanze kann es zu Hautreizungen kommen. Beim Verzehr treten Übelkeit, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Schwindel und Brustbeklemmung auf. Verminderter Blutdruck kann zu Herzstillstand führen. Achtung: Eine besondere Gefahr geht von der Verwechslung mit Bärlauch aus. Beim Bärlauchsammeln ist daher höchste Vorsicht geboten.

9. Seidelbast: Bereits die Berührung der Pflanzenteile kann zu Irritationen der Haut in Form von Rötung, Blasen und Pusteln kommen. Der Verzehr kleinster Mengen kann nach kürzester Zeit zu Lippen- und Gesichtsschwellungen, Schluckbeschwerden und starken Kopf- und Leibschmerzenbis hin zu Verwirrtheit führen. 

10. Stechapfel: Alle Teile besonders Samen und Wurzeln des Stechapfels sind sehr giftig. Bei Verzehr kann es zu Rötung des Gesichts und beschleunigter Puls sowie Halluzinationen kommen und in besonders schweren Fällen zum Tode führen.

11. Tollkirsche: Nach dem Verzehr kann es in leichten Fällen zu Trockenheit der Schleimhäute, Rötung des Gesichts, starkem Durst, beschleunigtem Puls und weiten Pupillen kommen, in schweren Fällen auch zu Gleichgewichtsstörungen, Übererregbarkeit, Sehstörungen, Krampfanfällen bis hin zum Tod.

12. Wunderbaum (Rizinus): Der Wunderbaum ist in allen Teilen giftig. Der Verzehr einer geringen Menge an Pflanzenteilen kann Erbrechen, Leibschmerzen und Durchfall hervorrufen und in schweren Fällen sogar Nierenentzündung, Nierenversagen, Kreislaufstörungen mit Todesfolge.

13. Goldregen: Die ganze Pflanze ist giftig, vorallem aber die Samen. Schon der Verzehr kleiner Mengen kann zu Vergiftungserscheinungen wie Erbrechen, Übelkeit, Leibschmerzen, Schwitzen, Blässe und Speichelfluss führen und in schweren Fällen sogar zu Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen und Kreislaufversagen.

14. Oleander: Bei Verzehr von Oleander kann es in schweren Fällen zu kolikartigen Leibschmerzen und Herzrhythmusstörungen kommen.

15. Efeu: Besonders die schwarzen Beeren des gemeinen Efeu sind giftig. Das Essen von Beeren kann zu Brennen im Rachen, Erbrechen und/oder Durchfall führen. Schon das häufige Anfassen von Efeublättern oder -wurzeln kann zu Hautentzündungen führen. 

Giftige Pflanzen nicht im Kinderbereich

Unsere Liste ist nicht vollständig, da es in Europa mehr als 50 giftige Pflanzenfamilien gibt. Darum appellieren wir an dieser Stelle an euch Landschaftsgärtner, städtischen Mitarbeiter im Geschäftsbereich Grün, Tagesmütter und -Väter, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer und natürlich auch euch Eltern: Seid wachsam und entfernt giftige Pflanzen aus dem Spielbereich bzw. pflanzt sie gar nicht erst ein. Wie schnell ist es passiert und die lieben Kleinen haben eine Blumensuppe mit giftigen Beeren gekocht oder einen schönen Blumenstrauß Maiglöckchen für die Mama gesammelt?!

Welche Pflanzen für den Spielplatz?

Alternativen zu giftigen Rhododrendren und Lebensbäumen gibt es viele: Von Schmuckgräser und Kräutern über Obststräucher bis hin zu duftenden Gewächsen wie Lavendel und Flieder. Doch wusstet ihr, dass auch die grünen Bohnen im Rohzustand giftig sind? 3 bis 10 grüne Bohnen können bei einem Erwachsenen zu schwerwiegende Vergiftungserscheinungen, wie Erbrechen, Durchfall und Fieber führen. Schuld daran sind giftige Eiweißverbindungen genannt Phasin. Doch gekocht sind Bohnen sehr gesund!

Aufklären ist besser als heilen

Hier hilft also nur die Aufklärung! Das ist wohl das beste Präventionsmittel: Was man nicht kennt, fasst man nicht an und gegessen wird absolut gar nichts, außer die Bezugsperson erlaubt es. Die erste Amtshandlung in Waldkindergärten ist üblicherweise das richtige Berühren von Brennesseln! Denn die Blattober- und die Unterseite können problemlos berüht werden - Man muss nur wissen wie!

Notfall: Was tun bei Vergiftung?

Sollte doch mal etwas im Mund der Kleinen gelandet sein, gibt es das GIZ (Giftinformationszentrum-Nord) mit Sitz in Göttingen, das rund um die Uhr erreichbar ist. Eine Nummer, die ihr gut sichtbar und griffbereit am Telefon haben oder besser noch einspeichern solltet. In der Aufregung sieht man bekanntlich den Wald vor lauter Bäumen nicht!

Im Ernstfall heißt es dann:

1. Ruhe bewahren und das Kind beruhigen
2. Hilfe alarmieren 
3. Pflanzenteile und / oder Erbrochenes sichern
4. Kind NICHT zum Erbrechen bringen. Erstickungsgefahr!
5. Etwas Wasser oder Tee anbieten. Keinesfalls Milch!

Beschauen statt kauen

Die GUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) hat die Kampagne "Beschauen, nicht kauen" ins Leben gerufen. Unter http://www.kindergaerten-in-aktion.de/downloads/information-giftpflanzen-beschauen-nicht-kauen findet ihr eine Übersicht aller giftigen Pflanzen und andere wichtige Infos zum Downloaden.

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