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Was macht eigentlich ein Schulpräventologe?

Schulpräventologe Jan LehmannEin Schulpräventologe im Portrait & 4 Praxis-Tipps für Eure Schule

Ich habe für Euch mit dem Schulpräventologen Jan Lehmann gesprochen. Neben seinem eigenen Gesundheits- und Präventionszentrum, ist er im Berufsverband deutscher Präventologen e.V. als Dozent und Trainer tätig. Gemeinsam haben wir die spannenden Themenfelder einer gesunden Schule beleuchtet.

Erfahrt jetzt mehr über Themen wie emotionalen Belastungen im Schuldienst, Wertschätzung von Lehrern und Kommunikation an Schulen. Aber auch wie ihr durch Mut, Mitbestimmung und eigenem Handeln zu mehr Lebensfreude und Gesundheit in Eurer Schule beitragen könnt. Vier einfache und wertvolle Tipps für den ersten Schritt runden das Thema ab – aber fangen wir von vorne an…

Ist Gesundheit an Schulen selbstverständlich?

Gesundheit ist keine Selbstverständlichkeit: Sie ist nicht nur irgendein Zustand, sondern vielmehr eine Haltung, mit der Freude am Leben gedeiht. Ob im Sekretariat, als Lehrer oder Schüler, ja vom Rektor bis zum Hausmeister: Jeder einzelne kann und sollte täglich am gesunden Schulbetrieb mitarbeiten. Mein Interviewpartner schafft schnell klare Fakten: Der Alltag sieht häufig anders aus! Fehlende Wertschätzung von Eltern, Vorgesetzten und Kollegen, mangelnde Kommunikation innerhalb der Schule und ein hoher Lärmpegel stehen an der Tagesordnung.

3 gute Gründe

Dies sind nur 3 Gründe, die das Gefühl von Stress entstehen lassen, für Lehrende und Lernende gleichermaßen. Fehltage und Ausfallzeiten sind nicht selten. Ich erfahre im Gespräch weiter, das viele Lehrer das Pensionsalter nicht mehr erreichen können oder wollen, die Belastung sei zu hoch. An vielen Schulen ist es schon 5 nach 12 Uhr – die Problematik ist meist bekannt – getan wird leider noch zu wenig. Fest steht: Gesunde Schüler brauchen gesunde Lehrer und eine gesunde Lernumgebung!

Doch was tun?

Auch hier hat Jan Lehmann eine Antwort: „Was tun!“ Im ersten Schritt kommt es darauf an, überhaupt etwas zu tun, anzufangen sich dem Thema Gesundheit an der eigenen Schule zu widmen. Wer den ersten Schritt macht, ist egal. Das kann eine Lehrergruppe oder der Rektor sein, aber ebenso gut der Elternverein oder das Sekretariat. Es gibt an jeder Schule positive Beispiele, Interessierte Menschen, die mehr wollen. Und so könnt Ihr starten:

4 Praxis-Tipps für den ersten Schritt

1. Heute Anfangen!

Wartet nicht, bis andere etwas tun. Wenn alle Warten, macht niemand den ersten Schritt. Jetzt selber die Initiative ergreifen und zum Vorbild werden. Nähert Euch in kleinen Schritten Euren Themen an. Ein passender erster Schritt könnte sein: Nehmt Kontakt zu einem Schulpräventologen auf. Nutzt die dort vorhandene Erfahrung und das Wissen, um mögliche Maßnahmen abzustecken.

2. Kommunikation innerhalb der Schule fördern

Sprecht mit Kollegen. Bezieht Eltern mit ein. Findet politische Unterstützung. Nach und nach kann der Kreis immer größer werden. Es geht darum, ein langfristiges Gesundheitskonzept aufzubauen. Das braucht Helfer, die anpacken wollen, Dinge aus- und ansprechen und finanzielle Förderer: Sprecht Firmen auf das Thema „Sponsoring“ an, prüft Fördertöpfe, werdet kreativ.

3. Regionale Netzwerke bilden – Eine gesunde Region schaffen

Baut mit anderen Schulen ein Netzwerk für gemeinsame Gesundheitsthemen auf. Hier lässt sich Wissen teilen, Freunde und weitere Förderer finden und Ideen gemeinsam umsetzen. Trefft Euch regelmäßig und haltet die Kommunikation am Laufen. Auch nach dem ersten Schritt lohnt es sich im Netzwerk aktiv zu bleiben. Das Netzwerk kann in lokalen Zeitungen und mit Aushängen für eine gesunde Region werben, dass bringt wiederum neue Unterstützer für Euch.

4. Für die Finanzierung stark machen

Wie am Anfang bereits erwähnt: Gesundheit ist keine Selbstverständlichkeit. Am Geld sollte das ganze Thema Gesundheit auf keinen Fall scheitern: Gesunde Schüler brauchen eine gesunde Schule und gesunde Lehrer. Das bedeutet natürlich, sich Gedanken um die Finanzierung zu machen. Ob Fördertöpfe oder Stiftungen, Möglichkeiten gibt es viele. Auch ein gemeinsames Budget mit anderen Schulen ist denkbar, daher ist Punkt 3 sehr wichtig – Euer Netzwerk! Und wie sagt man so schön: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Macht Euch stark für Eure Gesundheit. Durch Sponsoren kann man viel erreichen. Sei es durch kleinere Werbeeinnahmen oder eine vollständige Förderung. Auch hier kann der Schulpräventologe Tipps geben – Und fragen kostet ja nichts.

Eine große Portion Mut, bitte!

Es erfordert eine Menge Mut, Probleme nicht als Probleme zu sehen, sondern als Herausforderung, so Lehmann. Der Schulpräventologe wünscht sich, dass noch viele Schulen folgen und die Herausforderung angehen wollen. „Und es lohnt sich immer“, sagte Lehmann. Bisher waren die Schulen begeistert, sich für einen langfristig und nachhaltig gesunden Weg entschieden zu haben.

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Bild: Ein angenehmes Lernklima schaffen für Lehrer und Schüler

Welche Unterstützung bietet ein Schulpräventologe?

Diese vier Punkte klingen nach einem guten Plan. Was genau der Schulpräventologe für Lehrer und Schüler tun kann, möchte ich weiter wissen. Jan Lehmann führt aus, dass es im ersten Schritt darum geht, eine gesunde Einrichtung zu schaffen. Es gilt zu überprüfen und zu hinterfragen: Was ist gesund für meinen Alltag, an meiner Schule?

Er weist darauf hin, dass es wichtig ist, diese Frage auch Hierarchieübergreifend zu stellen. Das wird bei vielen Gesundheitsprojekten leider vernachlässigt. Gesundheitsthemen wirklich angehen zu wollen heißt, vom Hausmeister bis zum Rektor – Jeder gehört an Bord.

Was dann die eigentlichen Themen werden, ist von Schule zu Schule ganz individuell, so wie die Menschen dort.

 

 

Der Unterschied zu anderen Gesundheitsprojekten

Wo unterscheidet sich die Arbeit eines Schulpräventologen von anderen Gesundheitsprojekten für Schulen, frage ich nach. Ich bekomme als Antwort, dass der Name „Projekt“ schon viel aussagt: Bei einem Gesundheitsprojekt handelt es sich häufig um einmalige Veranstaltungen oder Thementage, gefördert durch begrenzte Fördergelder. Ist dieser Etat verbraucht, finden die Maßnahmen häufig nie wieder statt. Das ist wenig nachhaltig.

Selber Handlungsfähig werden – Eigene Gesundheitskompetenz stärken

Schulpräventologen arbeiten ganzheitlich an Euren individuellen Gesundheitsthemen, schauen in alle Bereiche der Schule und bauen vor allem auf langfristige Maßnahmen: Ob vom Lernort und dem Umgang mit Konflikten, über die Wertschätzungskultur oder Ernährung hin zu Beteiligungsmöglichkeit und das Fördern einer offenen Haltung für ein stärkeres „Wir-Gefühl“. Das sind nur ein paar Beispiele, die Herr Lehmann aus seiner Arbeit aufzählt.

Je nach Schule variieren die Themen und haben eine andere Priorität. Spannend finde ich, dass Schulpräventologen auf alle Erwartungen rund um das Thema „gesunde Schule“ schauen, egal ob Schüler, Eltern, Lehrer, Sekretariat, Schulrat & co.

Bewegungsspiele für Groß und Klein

Gemeinsam die Schulgesundheit stärken

Alle Beteiligten können so vorhandene Gesundheitskompetenzen stärken und ausbauen aber auch Raum bekommen, um völlig Neues zu entwickeln. Das Tolle: Die wichtigsten herausgearbeiteten Themen werden in Zusammenarbeit mit den Schulpräventologen dann sogar häufig fest im Grundkonzept von Schulen verankert, so haben auch die nächsten Schüler und Lehrer weiter etwas davon. Natürlich ist das auch gute Werbung für die Schulen, denn hier wird sich gekümmert! Und dann:

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Bild: Im Kollegium – Alle ziehen an einem Strang

Lehrer werden Schulpräventologen

Im weiteren Schritt bietet es sich an, eigene Multiplikatoren auszubilden. Zum Beispiel können Lehrer die Qualifikation zum Schulpräventologen wahrnehmen und so das Thema Gesundheit in der Schule weiter fokussieren. Neugierig geworden?

Mehr Informationen zur Ausbildung bietet der Berufsverband der Präventologen im Bereich „Studium“ auf seiner Internetseite www.praeventologe.de oder der Ausbildungs-Flyer direkt zum Download.

Mein Fazit zum Beruf des Schulpräventologen: Jede Schule sollte einen haben!

Aus diesem Gespräch habe ich gelernt, dass es das eine Patentrezept gegen „Stress an Schulen“ nicht gibt. Auch wird sich Gefühl von Stress nie ganz vermeiden lassen, aber wie jeder einzelne damit umgeht, daran können alle Beteiligten arbeiten und das bereits ab heute. Das Wichtigste ist, tut etwas. Lasst das Thema Schüler- und Lehrergesundheit an Eurer Schule nicht zum Tabuthema werden, klärt auf wo Missstände herrschen und findet Unterstützer und Möglichkeiten. Die Zusammenarbeit mit einem Schulpräventologen, wie zum Beispiel Jan Lehmann, kann eine wertvolle Investition in die Zukunft Eurer Schule sein und damit auch in Eure eigene Gesundheit. Für alle die Kontakt zu ihm oder einem anderen Schulpräventologen aufnehmen möchten, hier die Kontaktdaten: Jan Lehmann – Handy: 0151-23788078 – Email: jan-lehmann@vitawell-mariental.de – Homepage: Vitawell-Mariental.de

Ein großes Dankeschön für die vielen Informationen

Vielen Dank an den Schulpräventologen Jan Lehmann, für das Interview und den wirklich spannenden Einblick in den Berufsalltag eines Schulpräventologen und die potenziellen Möglichkeiten für Schulen, noch mehr zu tun. Zum Abschied gibt mir Herr Lehmann noch einen Satz mit auf den Weg „Die geistige Ausrichtung ist der Schlüssel zum Glück.“ Wie passend, findet Ihr nicht auch?

Weiterführende Informationen:

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E-Commerce & Marketing-Frau, Inhouse-SEO von Sport-Thieme, Autorin für das Sport-Thieme Blog und seit 1998 im Thieme-Team. Ihr findet mich auch bei Google+