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Slacklining: Trendsportart oder Breitensport?

SlackliningSlacklinen ist in Deutschland noch eine recht junge Trendsportart und erfreut sich hier stetig wachsender Bekanntheit und Beliebtheit. Aber was genau ist Slacklining oder Slacken? Und für wen eignet sich dieser Sport?

Was ist Slacklining?

Das Wort Slackline bedeutet übersetzt in etwa „schlaffes Band“. Im Gegensatz zur weithin bekannten Hochseilakrobatik wird hier anstatt eines Stahlseils ein elastisches Kunstfaserband, ähnlich einem Spanngurt, benutzt und zwischen zwei Fixierungspunkten aufgespannt. Neben dem Material unterscheidet sich die Slackline auch in ihrer Form vom Hochseil. Sie ist nicht rund, sondern flach gewebt mit einer Breite zwischen 25 und 50 mm. Obwohl auch Slacklines zum Teil in schwindelerregenden Höhen aufgespannt und für akrobatische Kunststücke verwendet werden, ist ihr Ursprung doch ein ganz anderer als der des Seiltanzes.

Die Geschichte des Slacklinens

Alles begann in den 60er Jahren im kalifornischen Yosemite Nationalpark. Der Park ist bei Kletterern sehr beliebt für seine abwechslungsreichen Gesteinsformationen inmitten wunderschöner Landschaften und beherbergt mehrere Kletterercamps. Bei schlechtem Wetter oder abends nach dem Klettern langweilten sich die jungen Bergsportler und balancierten zum Zeitvertreib auf Absperrseilen und –ketten von Parkplätzen, auf Geländern und sogar auf Seilen die sie zwischen Bäumen gespannt hatten. Sie fanden heraus, dass das eine gute Ergänzung zum Klettern war, denn die Balance zu halten erforderte Konzentration, verbesserte die Körperbeherrschung und stärkte ihre Muskulatur.

Vom Berg ins Tal

In den frühen 80er Jahren gingen Adam Grosowsky und Jeff Ellington dann dazu über ihre Klettergurte als Balancierstrecken zu nutzen und brachten den neuen Sport damit in die Camps in den Tälern. Von dort breitete sich der neue Sport allmählich immer weiter in der Kletterszene aus.

Slacklining

17 m in schwindelnder Höhe

Während zu Beginn nur in Bodennähe balanciert wurde und das Slacklinen als Lückenfüller an Regen- oder Ruhetagen diente, wurde es nun zum Selbstzweck. Die Pioniere dieser Sportart suchten nach immer neuen Herausforderungen, um sich zu beweisen. Im Jahr 1983 wurde somit von Scott Balcom, Chris Carpenter und Chongo Tucker die erste „Highline“ unter einer Autobrücke in Pasadena, Kalifornien aufgespannt und begangen. Im gleichen Jahr spannten Adam Grosowsky und Jeff Ellington im Yosemite Valley ein Seil zwischen dem Lost Arrow Spire, einer freistehenden Felsnadel, und der Hauptwand nahe der Yosemite Falls. Sie schafften es jedoch nicht diese 17 m lange Strecke in einer Höhe von fast 900 m zu überwinden. Der Unterschied des Seils zum gewohnten Gurtband war zu groß. Erst Scott Balcom schaffte es 1985, nach einem fehlgeschlagenen Versuch im Jahr zuvor, die Distanz auf einer Slackline zu überqueren.

Slacklining lernen auch die Kleinen

Diese spektakulären Taten legten den Grundstein für immer neue Rekorde im Slacklining und sorgten dafür, dass der Sport langsam an Popularität gewann. Seit einigen Jahren wird die Slackline als Sportgerät auch in Deutschland immer bekannter und findet neue Anhänger. Denn wer einmal einen geübten Slackline mühelos auf dem Band laufen sieht, der will es selbst ausprobieren. Egal ob Straßenfest, Kinderfest oder Sportwoche, die Slackline ist der Publikumsmagnet auf jeder Veranstaltung.

Was benötigen ihr zum Slacklinen?

  • Slackline: Hier gibt es verschiedene Modelle, die sich vor allem in der Breite, Länge und der Art der Befestigung unterscheiden.
  • Baumschoner: Wollt ihr die Slackline zwischen Bäumen spannen, sind Baumschoner Pflicht. Die hohen Kräfte, die bei einer gespannten Slackline wirken verursachen ansonsten tiefreichende Schäden an den Bäumen.
  • Slacklinegestell: Wenn ihr unabhängig von Wetter und Befestigungspunkten und vielleicht auch im Innenbereich slacken wollt, empfiehlen wir Euch die Anschaffung eines Slacklinegestells.

Arten von SlackliningSlacklining

Das Slacklining lässt sich nach ganz unterschiedlichen Kriterien in verschiedene Disziplinen einteilen. Einige der Slackline-Varianten stellen wir Euch heute vor:

Tricklining

Das Tricklining oder auch Lowlining ist die populärste Form des Slacklining, bei dem das Band zwischen zwei beliebigen Punkten in geringer Höhe aufgespannt wird. Bei dieser Variation des Slacken werden dann verschiedene Kunststücke vorgeführt. Einige Slacklining Tricks sind Umdrehen, Springen. Hinsetzen, Hinlegen, Salti oder „Surfen“ auf der Line. Aufgrund der niedrigen Fallhöhe werden hier bei einem weichen Untergrund wie Rasen oder Sand keinerlei Fallschutzmaßnahmen benötigt.

Highlining

Highlines sind Slacklines in großer Höhe. Typischerweise werden sie im Gebirge zwischen Felswänden und Felsnadeln gespannt und gelten bei vielen Slacklinern als die Königsdisziplin des Slackens. Hier spielt neben der Konzentration und Körperbeherrschung vor allem die Überwindung eigener Ängste eine große Rolle. Üblicherweise werden die Slackliner bei ihren riskanten Manövern über Klettergurte an zusätzlich gespannten Stahlseilen gesichert, es kommt aber auch vor, dass Profis in sogenannten „Freewalks“ bewusst ungesichert über die Slackline gehen.

Waterlining

Waterlining beschreibt das Begehen einer Line über Wasser. Eine Besonderheit bei dieser Art des Slackens ergibt sich durch die Bewegung des Wassers und das damit verbundene Fehlen eines Fixpunktes. Zu Beginn ist das Begehen einer Waterline daher wesentlich schwieriger als das einer Slackline über Land. Insbesondere schnellfließende Gewässer stören den Gleichgewichtssinn zusätzlich und sind damit eine Herausforderung. Beherrscht man die Waterlines sind sie eine gute Möglichkeit, um neue Tricks ohne Verletzungsgefahr zu üben.

Rodeolining

Beim Rodeolining (Freestyle Slacklining) wird die Line nicht gespannt sondern nur sehr locker zwischen zwei Punkten aufgehängt. Durch die fehlende Spannung hängt die Line sehr stark durch und das Begehen wird wesentlich schwieriger als auf traditionellen Slacklines. Bei dieser Variation ist es sehr wichtig, die Line ruhig unter dem Schwerpunkt des Slackliners zu halten, da sie nur sehr schwer wieder zu stabilisieren ist, wenn sie einmal ins Schwingen kommt.

Urbanlining

Das Urbanlining schließt alle anderen Disziplinen des Slacklinens ein. Hier werden die Slacklines in der Stadt z.B. in Parkhäusern, zwischen Pollern und Laternen oder im Stadtpark aufgebaut.

Slacklining

Üben, üben, üben

Slacklining ist ein Sport für Jedermann. Egal ob Jung oder Alt, Profisportler oder Zuschauer, Fußballer oder Skifahrer, als Funsport oder Reha. Grundvoraussetzungen zum Erlernen dieses Sports gibt es nur eine: Hartnäckigkeit! Denn auch beim Slacklinen ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Rundumtraining für Körper und Geist

Vielmehr ist der Weg zum geübten Slackliner ein spannender Lernprozess mit vielen kleinen Erfolgen. So erfordert schon das Stehen auf dem Band volle Konzentration und gute Koordination, um nicht nur den eigenen Körper, sondern zudem auch die Line auszubalancieren. Steht ihr erst einmal sicher, könnt ihr langsam die ersten Schritte versuchen und dabei bemerken, dass Slacklining ein Ganzkörpertraining der Spitzenklasse ist.

Slacklining für die Gesundheit

Ständig stehen alle Muskeln unter Spannung, kleinste Gegenbewegungen werden ausgeführt, um der Eigenbewegung der Line entgegen zu wirken und die eigene Körperwahrnehmung wird geschult. Mit diesem propriozeptorischen Training stärkt ihr Eure Bänder, Sehnen und die Tiefenmuskulatur und betreibt aktiv Verletzungsprophylaxe. Das Slacklinen ist ein toller Freitzeitspaß und eine ideale Ergänzung zu jeder Sportart.

Slacken auch in der Schule

Auch als Spiel- und Übungsgerät in der Schule eigen sich Slicklines hervorragend. Die Kinder lernen hier spielerisch, ihre volle Konzentration auf eine Sache zu richten und sich nicht von anderen Dingen ablenken zu lassen. Des Weiteren bekommen sie ein besseres Gefühl für ihren eigenen Körper und Fortschritte auf der Line stärken das Selbstbewusstsein und geben Mut – auch für schulische Herausforderungen.

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