SI: Spielerische Wahrnehmungsverarbeitung

Lernspaß mit Kugelbahn und Bällebad

Kinder-Mangel "Basic"

Definition Sensorische Integration

Sensorische Integration ist die Wahrnehmungsverarbeitung, bei der Sinneseindrücke aus der Umwelt und vom Körper geordnet verarbeitet werden. Damit wird es dem Menschen ermöglicht, sich in seiner Umwelt angemessen zu verhalten.

Lernen, verstehen und nutzen

Die Sinnesreize werden organisiert und verarbeitet, verknüpft und interpretiert. So werden sie bedeutsam und nutzbar. Diese Nutzung kann in einer Wahrnehmung oder Erfassung auch des Körpers oder der Umwelt bestehen, aber auch in einem angemessenen Verhalten oder einem Lernprozess.

Von Anfang an

Verschiedene Wahrnehmungsbereiche werden miteinander in Verbindung gebracht. Die sensorische Integration spielt eine zentrale Rolle in der gesamten Entwicklung eines Kindes von Anfang an, weil das Kind seine Erfahrungen nutzt, um Neues zu erlernen. Es entstehen neue Verknüpfungen im Nervengeflecht des Gehirns, das Gehirn vergrößert seinen Erfahrungsspeicher.

TherapieRaumHahne

 

Die Spirale des Lernens

Damit macht das Kind wiederum neue Erfahrungen, und so entsteht eine sich ständig erweiternde Spirale der Lernentwicklung. Das betrifft sowohl das Lernen auf motorischer Ebene (daher Sensomotorik), als auch auf die sprachliche, geistige und emotionale Entwicklung. Ein Kind nutzt sein Wissen und seine Erfahrungen, um darauf aufzubauen.

Das Fundament stärken

Wenn dieses Fundament nicht genug für die Belastungen des Alltags ausgebaut ist, wird sich auch die Lernentwicklung verzögern. Wenn also Kinder übermäßig kitzelig auf Berührungen reagieren, Probleme beim Anziehen oder Schwierigkeiten in der Schule auftreten, steckt möglicherweise eine sensorische Integrationsstörung dahinter.

Das Ziel von SI

In der sensorischen Integrationstherapie ist es das Ziel, an und mit dem Kind zu lernen. Sie unterstützt die Vernetzung der Wahrnehmungsverarbeitung, um eine bessere Handlungskompetenz zu erreichen. Das hilft dem Kind, selbst Erfolge zu erleben und stützt damit seine Selbstsicherheit.

 

Carola-WiesbauerEin Erfahrungsbericht Carola Wiesbauer

Die langjährige Kindertherapeutin Carola Wiesbauer ist Kinderheilpraktikerin Vojta-, Bobath und SI-Lehrgangstherapeutin, GSID® Absolventin IntraActPlus-Basis, 2. Vorsitzende GSID® und Referentin bei verschiedenen Seminaranbietern. Sie berichtet aus ihrer Praxis:

"Als Physiotherapeutin in eigener interdisziplinärer Praxis und als Referentin der Gesellschaft für Sensorische Integration Jean Ayres Deutschland und International e.V. –GSID® konnte ich im Laufe der letzten 20 Jahre sehr viel Erfahrung mit unterschiedlichen Geräten sammeln.

Mein Behandlungsschwerpunkt sind Kinder mit Entwicklungs-, Lern- und Wahrnehmungsstörungen. Deswegen müssen mein Behandlungsraum und die Geräte bestimmte Eigenschaften aufweisen.

Eine gute S-Ayres Therapie-SIAT®-, zielt darauf ab, komplexe Handlung und gleichzeitig kindliches Spiel hervorzurufen. Das Kind soll lernen, sich emotional und physikalisch in seiner Umwelt zu orientieren. SIAT® verwendet als Behandlungsgrundlage einen spezifisch eingerichteten Raum, der als Einheit alle Sinnesmodalitäten anspricht. Die darin enthaltenen Geräte ermöglichen eine unterschiedliche, aber gezielte Reizzufuhr. Der Raum spricht die verschiedenen Altersgruppen an und kann vom Kind alleine oder mit anderen Kindern zusammen genutzt werden. Er sollte einen hohen Bewegungs-, und Spielaufforderungscharakter durch die Gerätekombination aufweisen. Das Kind und der/die Therapeut/in werden hierdurch motiviert. Um die kindliche Sicherheit und duale Interaktion zu ermöglichen ist außerdem wichtig, dass der/die Therapeut/in dem Kind nahe sein kann. Die in SIAT® verwendeten Geräte müssen strapazierfähig, gut zu reinigen und sehr sicher sein.

In meinen Seminaren konnten die von mir eingesetzten Geräte auch immer der Selbsterfahrung von Kursteilnehmern standhalten. Manche Geräte, wie z. B. das Rollbrett, Softbausteine, das Pedalo, das Bällebad und diverse Schaukeln sowie das große Klettergerüst verwende ich seit 1994, als ich meinen ersten Therapieraum eingerichtet habe."

 

Kind-Auf-Schaukel

Praxis-Beispiele

Hier zeigen wir euch die beliebtesten Beispiele zur Einrichtung einer therapeutischen Praxis:

Schräge Ebene (auch schiefe Ebene) mit Rollbrett und Softplay:

  • Ihr könnt eine schräge Ebene auch als Rollbrett-Fahrbahn nutzen. An das Ende der Schräge baut das Kind ein Tor aus großen Softplay-Elementen. Die räumliche Eingrenzung durch das Tor verlangt erhöhte Konzentration, visuelles Antizipieren sowie bessere Anpassungsreaktionen an das Rollbrett. Das führt zu präziserer, kontrollierter Steuerung der Fahrt.

Plattformschaukel

  • Euer kleiner Patient oder eure kleine Patientin legt einige große und schwere, mit Schaumstoffstücken gefüllte Kissen auf eine Plattformschaukel mit Vierpunktaufhängung. Anschließend setzt er oder sie sich so in die Kissen, dass diese einen Schutzwall um ihn oder sie herum bilden und lässt die Schaukel schwingen. Damit wird viel propriozeptiver Input vermittelt, was zu einer verbesserten Modulation des vestibulär-propriozeptiven-taktilen Inputs führt.

Trampolin

  • Das Kind springt vom Therapietrampolin auf den Boden, krabbelt darunter hindurch oder läuft drum herum. Lasst es das wiederholen, bis es von alleine wieder auf die Sprungmatte klettert und dort sitzen bleibt. Legt ein großes, dickes mit Schaumstoff gefülltes Kissen neben das Trampolin  und fordert euren kleinen Patient oder eure Patientin auf, hineinzuspringen: Erst aus dem Stand und dann mit immer mehr Schwung! Durch das Kissen kommt zur aufrechten Bewegung die Möglichkeit zur Veränderung in die Vertikale als „neuer“ vestibulärer und taktiler Reiz hinzu. Dieses erfordert eine angepasste Reaktion (Springen auf dem Trampolin, um Schwung zu holen) und verstärkt den propriozeptiven Reiz.

 

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