Klettern und Bouldern - Kennst du den Unterschied?

Schon immer wollten die Menschen hoch hinaus. In diesem Jahr feiert die Erstbesteigung des Matterhorns im Juli 1865 den 160. Jahrestag. Doch was früher als Lebensaufgabe galt, ist zu einer aufregenden Sportart für die körperliche Fitness geworden - die mittlerweile sogar in Therapieeinrichtungen, im Schulsport und auf Spielplätzen Einzug hält. Wir zeigen dir, was die Unterschiede sind und wie du das Klettern in den Schulsport integrieren kannst.


Das erwartet dich in diesem Beitrag:


 

Bouldern vs Klettern: Kennst du den Unterschied?

Für das Klettern brauchst du inzwischen nicht einmal mehr in die Berge zu fahren, denn in jeder größeren Stadt findest du mittlerweile eine Kletterhalle mit unterschiedlichen Kletterwänden. Und selbst bei Stadtfesten und Sportevents können kindliche und erwachsene Gipfelstürmer:innen sich auf mobilen Klettertürmen oder an Boulderwänden ausprobieren. Aber ist Klettern und Bouldern das Gleiche? Die Antwort lautet: Nein! 

++ Was ist Bouldern?

Bouldern ist der ideale Einstieg in die Welt des Kletterns. Dabei kletterst du ohne Sicherung quer an der Wand entlang. Die max. Tritthöhe an der Kletterwand liegt bei knapp 2 m. Grundtechniken des Kletterns kannst du beim horizontalen Klettern angstfrei üben und verbessern. Auch im Schulsport gewinnt das Bouldern als alternatives Kraft- und Koordinationstraining mehr und mehr an Bedeutung.

++ Was ist Klettern?

Beim Klettern zählt die Höhe. Hier steigst du an speziellen Kletterwänden nach oben, bis du das Ende der Kletterwand erreicht hast. Beim Top-Rope- und Vorstiegsklettern wird immer eine Seilsicherung eingesetzt.

Die wesentlichen Unterschiede auf einen Blick: 

 

Klettern (Seilklettern) Bouldern
Kletterhöhe ca. 10 bis 30 m in der Kletterhalle; outdoor oft mehr Niedrig, in Absprunghöhe meist ca. 2–5 m
Ausrüstung Kletterschuhe, Gurt, Seil, Sicherungsgerät, Chalk; outdoor oft Helm Kletterschuhe, Chalk; outdoor meist Crashpad
Sicherung Seilsicherung (Toprope oder Vorstieg) mit Sicherungsgerät Ohne Seil: Matten (Halle) bzw. Crashpads (outdoor), ggf. Spotter:in
Partner:in Sicherungspartner:in meist erforderlich alleine möglich




Klettern im Schulsport

Ob an einer Kletterwand in der Turnhalle, an der im Schulsport mit Sicherung geklettert wird oder einer Boulderwand, an der die Kids auf dem Schulhof ohne Aufsicht klettern können: Klettern ist eine Bewegungsform, bei denen Kinder ihren Körper besser kennen lernen, Kraft erlangen und ihre Balance schulen. Neben der Körperbeherrschung und der Kreativität bei der Routenbewältigung ermöglicht das Klettern, selbstbestimmtes Handeln zu erlernen. Der Nervenkitzel und der Umgang mit den eigenen Ängsten sind weitere große Boni des Klettersports - besonders für Kinder.  

 

Was ist „Therapeutisches Klettern“?

Eine relativ neue Therapieform ist das therapeutische Klettern. Es wird hauptsächlich in der Kinderheilkunde oder nach Schulunfällen und Schlaganfällen verwendet. Der Schwerpunkt liegt vorrangig bei den vielen verschiedenen therapeutischen und rehabilitativen Ansätzen. So verbessern viele Übungen des therapeutischen Kletterns gleichermaßen Gleichgewicht, Fein- und Grobmotorik, Koordination, Kraft und Ausdauer. Zusätzlich stärken deine Patient:innen das Selbstbewusstsein, das Vertrauen, das Verantwortungsbewusstsein und die Selbsteinschätzung.

 

Das 1x1 der Klettertechnik

Im Klettern gibt es keine vorgeschriebenen Bewegungsabläufe, wie etwa bei der Leichtathletik oder beim Schwimmen. Dennoch solltest du deinen Schüler:innen vorab einige Grundtechniken beibringen: 

1. „Erst hinschauen, dann klettern!“, sagen Bergsportler:innen. Denn einen Griff kann man oft auf mehrere Arten greifen. Mit vorheriger Planung kannst du so den Krafteinsatz vermindern. 

2. Der Körperschwerpunkt bestimmt die Zugrichtung.

3. Griffwechsel: Die eine Hand übergibt den Griff in die andere. Im fortgeschritteneren Stadium ergeben sich dann Überkreuzgriffe. Mit der Technik des Unterkreuzens lassen sich größere Armspannen realisieren. Allerdings muss dabei die entstehende Pendelbewegung (haltender Arm bleibt lang!) mit den Füßen abgefangen werden.

3. Die Grifftechniken:

++ Obergriff: Man greift wie auf einer Leitersprosse und steigt nach oben

++ Untergriff: Tief greifen und sich hochdrücken

++ Seitgriff: Griff ist mit seitlichem Zug und Schwerpunktverlagerung zu belasten, eventuell eindrehen

4. Die Fingerstellungen: aufgestellte Finger, Zangengriff, hängende Finger oder Fingerloch

 

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