13. Hamburger Symposium Sport, Ökonomie und Medien

Sport und Inklusion – das 13. Hamburger Symposium diskutiert Ende Mai in Hamburg ein wichtiges Thema

Sport verbindet Menschen. Gemeinsames Sporttreiben, aber auch gemeinsames Sport sehen lässt ein Wir-Gefühl entstehen. Sport kann viele Grenzen überbrücken, seien es kulturelle oder gesellschaftliche.

Nur an einer scheint er hängen zu bleiben: Der Inklusion von behinderten Menschen. Getrennt voneinander bestreiten die Profisportler ihre Wettkämpfe. Aber ist es überhaupt möglich, den Profisport mit dem Leistungssport der Behinderten zu verbinden? Oder sind die Anforderungen an Sportler, Veranstalter und auch die Zuschauer zu unterschiedlich und somit nicht vereinbar?

 

Sport und Inklusion – ziemlich beste Freunde?!

Das 13. Hamburger Symposium Sport, Ökonomie und Medien befasst sich genau mit dieser Fragestellung. Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen am 30. und 31. Mai 2013 nach Hamburg, um sich zum Thema „Sport und Inklusion – ziemlich beste Freunde?!“ auszutauschen, zu diskutieren und neue Aspekte zu entdecken. Unter ökonomischen und medialen Aspekten betrachtet dieser Kongress bereits seit zwölf Jahren die Entwicklung von Großveranstaltungen im Sport. Er versucht, eine Verbindung zwischen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischen Erfahrungen zu erreichen. So referieren jedes Jahr führende Wissenschaftler aus den Bereichen Gesundheit, Bildung, Technologie, Wirtschaft und Medien sowie aktive Sportler, auch 2013 konnte ein interessantes Programm zusammengestellt werden. Die Liste reicht von dem Präsidenten des SV Werder Bremen über den Deutschen Behindertensport-Verband oder die Special Olympics bis hin zur Upsolut Sportmarketing GmbH.

Das Symposium findet zum zweiten Mal im Stadion des FC St. Pauli am Hamburger Millerntor statt, zu den Unterstützern zählen neben Sport-Thieme unter anderem die Stadt Hamburg, die Aktion Mensch, die AOK, Hamburg Wasser, der Hamburger Hochschulsport, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft und die Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation. Die Schirmherrschaft des Symposiums hat Hamburgs Innen- und Sportsenator Michael Neumann übernommen. Das Programm und weitere Informationen zur Anmeldung unter: www.symposium-hamburg.de.

Der FC St. Pauli ist sowohl in der zweiten Fußball-Bundesliga, als auch im Behindertensport aktiv. 2003 startete zum Beispiel der Bau sogenannter Hörplätze im Stadion, auf denen für blinde oder sehgeschädigte Menschen die Spiele live kommentiert werden. Maßgeblich daran beteiligt war Wolf Schmidt. Seit 1991 Mitglied, ist er heute Headcoach der Blindenfußballer des FC St. Pauli und arbeitet seit dem letzten Jahr am Aufbau der Jugendsparte im Blindenfußball. Er wird im Rahmen des Symposiums über seine Arbeit als Reporter bei der Blindenfußball-Bundesliga berichten.

Rund acht Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Behinderung. Viele von ihnen betreiben aktiv Sport. Denn Sport kann die Lebensqualität verbessern und das Selbstbewusstsein stärken. Um die Leistungssportler kümmert sich der Behindertensportverband, einer von vielen, aber der größte Sportverband für Behindertensport. Ein bekannter Vertreter dieses Behindertensports ist Holger Glinicki. Er heimste als Spieler zahlreiche Titel ein, beim 13. Hamburger Symposium für Sport, Ökonomie und Medien wird er über seine Erfahrungen als Trainer der Damen-Nationalmannschaft berichten: Das Team gewann 2012 die Goldmedaille bei den Paralympics in London. An der Podiumsdiskussion nimmt mit Edina Müller auch eine Spielerin der Mannschaft teil, die erst vor kurzem zu Hamburgs Sportlerin des Jahres gewählt wurde.

 

Du kannst, wenn du willst

Lange galt dem Behindertensport kein großes Interesse, was sich seit ein paar Jahren zu ändern scheint. Die Paralympics in London zogen große mediale Aufmerksamkeit auf sich. Über kaum eine andere Sportveranstaltung von behinderten Menschen wurde in der Vergangenheit in solch großem Umfang berichtet. Hierzu zählt auch ein ganz besonderer Film: „Gold – du kannst mehr als du denkst“. Der Film erzählt die Geschichten von drei Menschen, die mit Behinderung im Leistungssport aktiv sind. Die Vorführung des Dokumentarfilms am 30. Mai mit einer Einführung der Produzenten Andreas F. Schneider und Hendrik Flügge wird sicher einer der Höhepunkte des 13. Hamburger Symposiums für Sport, Ökonomie und Medien werden.

Der Breitensport macht vor, dass Inklusion geht. Dies wird der Vorsitzende der TSG Bergedorf, Boris Schmidt, beim Symposium präsentieren. Der Verein ist einer der wenigen in Hamburg mit einer Integrationsabteilung. Auch die Initiative „Jugend trainiert für Paralympics“ zählt zu einem Programm, das sich für Inklusion im Sport einsetzt. In einem Bundeswettbewerb treten Schulmannschaften, deren Mitglieder behindert sind, gegeneinander an.

Eine Besonderheit des diesjährigen Symposiums ist ein inklusives Spielfest. Die Auszubildenden der Macromedia Akademie haben das Konzept im Rahmen eines Lehrprojekts entwickelt und setzen es u.a. mit der Unterstützung von Sport-Thieme, der AOK, dem FC St. Pauli und der Aktion Mensch in die Praxis um. Auf dem Gelände des Stadions werden für Schulen und Werkstätten Spiele und Wettkampfparcours aufgebaut, passend zum Thema des Symposiums geht es um die Inklusion und Integration von behinderten Menschen.

Der Sport leistet einen wichtigen Beitrag. Durch ihn kommen behinderte und nicht-behinderte Menschen in Kontakt, tauschen sich aus und können gemeinsam an ihre Grenzen gehen. Dennoch ist es offenbar schwer, diese Hürde auch im Leistungssport zu nehmen. Dabei unterscheidet die Sportler gar nicht viel. Alle haben dasselbe Ziel: Besser werden, an die eigenen Grenzen gehen und Spaß haben. Und alle sollten als Vorbild gelten - jeder steht für seine Sportart, seine Einstellung und seine Kraft.

Text: Judith Rönnau

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